Ausreißer: Macht Euch ruhig Sorgen um mich

Von zu Hause abhauen wie früher gibt es nicht mehr. Wollen Jugendliche heute ein Zeichen setzen, gehen sie weniger lang und weniger weit weg. Ein Signal an die Eltern ist die kleine Flucht immer noch.
Der typische Ausreißer ist zwischen 15 und 16 Jahren alt, die Eltern sind meist unfähig zum Dialog, die Beziehung ist gescheitert.
Der typische Ausreißer ist zwischen 15 und 16 Jahren alt, die Eltern sind meist unfähig zum Dialog, die Beziehung ist gescheitert.
Auch wenn Ausreißen nicht mehr zum Erwachsenwerden gehört, tauchen manche Jugendliche immer wieder kurz ab – einen Tag, eine Nacht oder auch mal etwas länger. In jedem Fall ist rasches Handeln gefragt. Sind Freunde, Verwandte und andere mögliche Aufenthaltsorte des Kindes abgeklappert, sollten Eltern bald die Polizei einschalten. Bei Kleinkindern sollte unverzüglich die Polizei informiert werden, damit möglichst rasch Suchaktionen eingeleitet werden können.

Wenn die Sprache fehlt
Auch wenn sich die Art des Ausreißens geändert hat, die damit verbundene Botschaft des Sprösslings ist die gleiche geblieben: „Schaut her! Ich habe ein Problem!“
Kann ein Kind aber wirklich ein Problem lösen, indem es ein paar Stunden ohne Nachricht von zu Hause wegbleibt? Manchmal schon: Immerhin versetzt das den Eltern einen gehörigen Schrecken und erregt ihre Aufmerksamkeit. Kommen Eltern und Kinder danach tatsächlich ins Gespräch, könnte sich die Aktion gelohnt haben. Doch jeder Ausreißversuch birgt Gefahren. Das Kind muss eine Schlafstelle suchen und sich Essen beschaffen.
„Wird ein Kind als vermisst oder davongelaufen gemeldet“, so ein Jugenddienstermittler, „suchen wir die Eltern auf und versuchen mögliche Aufenthaltsorte herauszufinden, um gezielt suchen zu können.“ Zudem wird gleich die Wohnung durchsucht. Nicht selten versteckt sich ein Kind nämlich dort, zum Beispiel unter dem Bett. Ist das nicht der Fall, wird der Ausreißer für das gesamte Bundesgebiet zur Suche ausgeschrieben. Und schließlich können sogar Handys hilfreich eingesetzt werden.

Autorin: Patricia BRAMBILLA, Familie und Erziehung


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Aktualisiert am: 10.07.2007 17:06
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