Ausreichend Rückenspeck fördert die Fruchtbarkeit

Sauen brauchen ausreichend Rückenspeck, wenn sie fruchtbar, eine gute Säugeleistung und eine lange Nutzungsdauer erreichen sollen.
Energielieferant ist in der Säugephase vor allem das Fett aus dem Rückenspeck. Rückenspeck dient weiterhin als Speicher für fettlösliche Vitamine. Darüber hinaus produzieren die Fettzellen im Rückenspeck das Hormon Leptin, welches „die Herstellung der körpereigenen Fortpflanzungshormone stimuliert und wichtig für die Ausreifung sowie den Erhalt der Fruchtbarkeit ist.“

Gezielte Fütterung der Zuchtsauen

In seiner Meisterarbeit untersuchte der Ferkelerzeuger Jörg Arning aus Vlotho, welchen Einfluss die Rückenspeckdicke auf die Fruchtbarkeit der Sauen in seinem Bestand hat und ob sich die Rückenspeckmessung mittels Ultraschall als Kriterium für den Konditionszustand der Sauen bewährt. Dazu wertete der Landwirt mehr als 400 Würfe aus und kommt zu dem Ergebnis, dass die Rückenspeckmessung – durchgeführt am sieben Tag nach dem Belegen und im Sauenplaner registriert – „ein sinnvolles Hilfsmittel für eine gezielte Fütterung der Sauen und dem Aufbau sowie der optimalen Ausschöpfung körpereigener Reserven ist.“ Der Landwirt verbindet das Messen der Rückenspeckdicke mit der Trächtigkeitskontrolle in einer anderen Sauengruppe, die von einem Mitarbeiter der GFS durchgeführt wird.

Höhere Umrauschquote bei mageren und fetten Zuchtsauen

Bei Sauen mit wenig Fettreserven können oft Rauscheprobleme nach dem Absetzen und Schulterläsionen beobachtet werden.
Bei Sauen mit wenig Fettreserven können oft Rauscheprobleme nach dem Absetzen und Schulterläsionen beobachtet werden.
Sauen mit einer Rückenspeckdicke von 20 bis 24 mm hatten mit 10 % die geringste Umrauscherquote, wohingegen jeweils 20 % der Sauen in den Gruppen 0 – 16 mm und 16 bis 20 mm Rückenspeckdicke umrauschten. Ebenso stieg die Quote bei einer Speckdicke von mehr als 24 mm auf 28 % an. „Bei den Geburtsgewichten ist kein deutlicher Unterschied zwischen den Sauen der einzelnen Rückenspeckgruppen zu erkennen.“ Im Versuch zeigte sich, dass die Sauen mit mehr als 24 mm Rückenspeck schon am fünften Tag nach dem Absetzen in die Rausche kamen. „Zusammenfassend lässt sich aus dieser Untersuchung ableiten, dass bei einer Rückenspeckdicke von mindestens 20 mm eine optimale Rausche zu erwarten ist, die in einer größeren Anzahl lebend geborener Ferkel mit höheren Geburtsgewichten resultiert.“ Allerdings war in der großen Gruppe der Sauen mit 20 bis 24 mm Rückenspeck auch das Risiko von tot geborenen Ferkeln und MMA höher. Tendenziell weisen jüngere Sauen weniger Rückenspeck als älteren Artgenossinnen auf. (Quelle: deuka.de; "Ein bisschen Speck muss sein" von Jörg Arning in dlz 2/2010, S. 13 - 17)


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Aktualisiert am: 23.02.2010 19:28
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