Ausfransender Milchmarkt

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Grundsätzlich sind die Aussichten für die Milcherzeuger gut, denn bis 2030 dürfte die EU-Milchproduktion auf 180 Mio. to steigen. Trotzdem reißen die Diskussionen rund um die Milchproduktion nicht ab. Bei genauem Hinsehen zeichnen sich die Kontouren möglicher Neuerungen schon ab.
Handgemolkene Milch wird man auch 2019 vergeblich suchen. Foto:Zacchio/shutterstock.com
Handgemolkene Milch wird man auch 2019 vergeblich suchen. Foto:Zacchio/shutterstock.com
Milch ist wieder mehr wert. Seit Mai hat sich der EU-Milchpreis erholt. Trotz des formal grenzenlosen Marktes ist von Einheitlichkeit des Preises keine Spur. Einmal vom Sonderfall und Inselstaat Malta mit 54 Cent Rohmilchpreis abgesehen, liegen sogar zwischen Rumänien mit 28 Cent/kg und Frankreich mit 38 Cent Welten. Diese Bandbreite ist kein Ausnahmefall sondern die Regel. Selbst zwischen Deutschland und Österreich liegt der Bauernmilchpreis aktuell um 3 Cent zum Nachteil der deutschen Erzeuger auseinander. Umgekehrt verhält es sich beim Bio-Milchpreis. Da liegen die Österreicher mit 5 Cent hinten.

Patriotischer kaufen statt teurer tanken
Im Unterschied zu Österreich ist Deutschland ein verhältnismäßig ebener Flächenstaat. Je billiger Güter weit transportiert werden können, umso zahlreicher werden die Konkurrenten und umso stärker geraten Preise unter Druck. Diesem Vorteil konnte die österreichische Agrarpolitik nur mit einem Appell an den Konsumpatriotismus begegnen. Mit Erfolg. Nur 20 % der Milchprodukte werden importiert und 50 % werden exportiert. Verständlich ist, dass dieses Erfolgsrezept außerhalb der Alpen Nachahmer findet. "Mehr Herkunftskennzeichnung" fordern die Bauernvertreter. Mit Heimat und Regionalität lässt es sich beim Verbraucher doppelt punkten. Marktwirtschaftlicher wäre es, die Energie zu verteuern, um die Regionalität zu stärken. Aber das stößt nicht nur in Frankreich auf erbitterte Ablehnung.

Öko wird zum Maßstab
Um rund 300 Mio. Liter Milch stieg die deutsche Öko-Milchproduktion in zwei Jahren. Der Preis blieb stabil, weil die Nachfrage mitwuchs. Dass die Nachfrage noch wachsen wird, kann man aus den österreichischen Verbraucherdaten ableiten. Die Einkommen beider Länder unterscheiden sich kaum.

Zwischen Diskont und Bio
Die Empfänglichkeit der Verbraucher für das Wohl der Tiere hat die Marketingabteilungen der Handelsketten auf den Plan gerufen. Der Preisabstand zwischen Bio- und Diskontware will genutzt werden. Neue Auflagen für die Weide, Verbot der Anbindehaltung, gentechnikfreie Fütterung oder Heu und Gras statt Silage in der Ration. Österreichs Milchbauern haben mit Sonderwegen schon Erfahrung gesammelt. Eine einzige Molkerei hatte mit der gentechnikfreien Milchkuhfütterung begonnen. Jetzt gilt sie flächendeckend.

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Aktualisiert am: 12.12.2018 15:49