Ausfälle in der Schweinemast strategisch vermeiden

Die Leistung optimieren und Leistungsreserven mobilisieren ist in Zeiten hoher Futter- und Energiepreise in der Schweinemast Pflicht. Damit der Landwirt einen spürbaren Vorteil auf dem eigenen Betrieb erreichen kann, gilt es am richtigen Hebel anzusetzen.
Mit richtigem Management kann verschiedenen Ausfallursachen vorgebeugt werden.
Mit richtigem Management kann verschiedenen Ausfallursachen vorgebeugt werden.
Grundsätzlich gibt es keine pauschalen Antworten auf die umfassenden Fragen zur Leistungssteigerung. Die Lösung liegt stets darin, die Produktionssituation auf dem eigenen Betrieb zu beurteilen. Die Leistung kann nur dann mobilisiert werden, wenn die aktuelle Ist-Situation des Betriebes analysiert wird.
Die Erfassung des Leistungsparameters „tägliche Lebendmassezunahmen“ spiegelt einerseits das genetische Potenzial der Tiere, andererseits die Futterverwertung und entsprechende leistungsmindernde Umstände wider. Sie ist somit eine wirtschaftliche Kenngröße des Betriebes. Mastbetriebe können tägliche Lebendmassezunahmen (Einstellgewicht: 30 kg, Schlachtlebendgewicht: 120 kg, Schlachtkörper 95 kg) von über 800 g (740–820 g) erreichen.
Aus gesundheitlicher und wirtschaftlicher Sicht ist die Anzahl der Tierverluste von besonderem Interesse. Hier gilt die rechnerische Faustregel: 1 % Verlust entspricht 1 Euro weniger pro verkauftem Mastschwein. Die Verluste sollen also wirtschaftlich bewertet werden. Aber auch die Ursachen der Ausfälle müssen geklärt werden. Dafür werden zunächst die Ausfälle in einem entsprechenden Protokoll dokumentiert.

Ursachen der Ausfälle festhalten
Für die Ausarbeitung eines solchen Protokolls werden gemeinsam mit dem Tierarzt die häufigsten am Betrieb vorgefundenen Ausfallsursachen besprochen. Bei unklaren Befunden oder Problemen mit der eindeutigen Zuordnung werden über einen bestimmten Zeitraum alle verendeten Tiere seziert. Anhand der Sektion kann der Ausfall einer bestimmten Ursache eindeutig zugeordnet werden.
Bei der Auswertung der Daten werden zeitliche Häufungen (z.B. vermehrte EHS-Fälle in den Sommermonaten) bzw. Krankheitshäufungen (z.B. vermehrtes Auftreten von Kümmerern) erfasst. Auch werden in dieser systematischen Aufarbeitung die einzelnen „Verlustbereiche“ betriebswirtschaftlich gewichtet. Die Festlegung von Therapie- und Prophylaxemaßnahmen wird schriftlich in einem Maßnahmenprotokoll festgehalten. Auf Basis dieser Aufzeichnungen ist der finanzielle Spielraum für diverse Handlungen zur Verringerung unterschiedlicher Ausfälle deutlich abschätzbar.
Ausfälle können in folgende Kategorien unterteilt werden:
  • Fütterungsbedingte Ausfälle
  • Haltungs- und umweltbedingte Ausfälle
  • Infektionsbedingte Ausfälle


Autoren: Dr. Mathias HUBER und Dr. Thomas VOGLMAYR, Traunkreis Vet Clinic, Ried im Traunkreis

Den gesamten Artikel und mehr Details zu den drei Ausfallskategorien können Sie in der Ausgabe 4/2013 des "Fortschrittlichen Landwirts" nachlesen. Gratis Probeheft bestellen.

Weitere Themen in diesem Heft:
  • Schweine müssen beschäftigt werden, aber womit? Von Prof. Dr. Steffen HOY, Universität Gießen (D)
  • Gruppenhaltung: Richtig füttern, um Leptospiren und Harnwegsinfektionen keine Chance zu geben. Von Dr. Mario SCHALK, Tierklinik St. Veit, St. Veit am Vogau
  • Pig News

Aktualisiert am: 07.02.2013 09:18
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