Ausbildung: Bund hungert Agrarschulen aus

Die Landwirtschaftslehrergewerkschaft ist verärgert über die Haltung von Berlakovich, die dem Agrarbereich schadet, finanziell für den Bund aber nur ein Nullsummenspiel darstellt.
Ist verärgert über Minister Berlakovich: FCG-Vorsitzender Dominikus Plaschg.
Ist verärgert über Minister Berlakovich: FCG-Vorsitzender Dominikus Plaschg.
Der neue Vorsitzende der Landwirtschaftslehrergewerkschaft, Dominikus PLASCHG ( FCG), kritisiert die Haltung des Landwirtschaftsministers, die landwirtschaftlichen Schulen der Länder quasi finanziell aushungern zu wollen. Das Argument, dass die Kosten für den Bund deswegen zu hoch seien, weil zu viele Schüler das 9. Pflichtschuljahr in diesen Schulen absolvieren würden, lässt Plaschg nicht gelten: „Denn für den Bund ist das ein Nullsummenspiel. Die Schüler, die aus dem landwirtschaftlichen Schulwesen hinausgedrängt werden, kommen bei der anderen Tür im übrigen Regelschulwesen wieder herein.“
Finanziell würde der Bund sogar von der derzeitigen Situation profitieren, da die Länder den Löwenanteil bei dieser Ausbildung tragen würden (Gebäude, Personal zur Gänze, Lehrerkosten zu 50 %) im umgekehrten Fall wären die Kosten zu 100 % beim Bund.

Es sei vielmehr so, dass das Geld, das der Landwirtschaftsminister vom Finanzminister für Landwirtschaftlehrer erhält, plötzlich ein Mascherl bekommen würde und vom „Bildungsgeld“ zum „Bauerngeld“ mutiere.

Plaschg wörtlich: „Dieses Bildungsgeld den Ländern vorenthalten zu wollen, ist ein untragbarer Zustand. Dies führt in einzelnen Bundesländern zu abenteuerlichen Einsparungen bis hin zu Schulschließungen. Außerdem wird dabei der gesetzliche Finanzausgleich (FAG 2008) schlicht ignoriert, der 50 % des Aktivitätsaufwandes für die Lehrer als Bundesbeitrag vorsieht und keinen gedeckelten Fixbetrag“.

Die mittleren Landwirtschaftsschulen tragen laut Plaschg wesentlich zur flächendeckenden Bewirtschaftung und Weiterentwicklung des ländlichen Raums sowie zu Sicherung der Lebensgrundlagen und Ernährung der Gesellschaft bei. Das Angebot an Ausbildungsplätzen sei hier weiter zu entwickeln, da nicht nur der Bedarf an landwirtschaftlich ausgebildeten Fachkräften als Betriebsführer/in, sondern auch jener für die landwirtschaftsnahen Wirtschaftszweige sowie nachgelagerten Verwertungs- und Verarbeitungsbetriebe im Steigen begriffen sei.


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Aktualisiert am: 17.02.2011 14:14
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