Aufgabe der Rinderleber im Fruchtbarkeitshaushalt

Hochleistenden Kühen wird häufig unterstellt, dass sie nicht mehr so problemlos tragend werden wie früher. Welche Rolle spielen eigentlich die Leber und die beteiligten Hormone im Fruchtbarkeitshaushalt der Rinder?
Die Rinderleber agiert schlichtweg als Schaltzentrale des gesamten Stoffwechsels.
Die Rinderleber agiert schlichtweg als Schaltzentrale des gesamten Stoffwechsels.
Fruchtbarkeit ist Kopfsache. Klingt vorerst komisch, ist aber eine recht einfache Behauptung, die im Grunde aber eines klarmacht: Der Chef im Hormonhaushalt ist und bleibt das Gehirn, weil die sogenannten „Schrittmacher“-Hormone (oder mit dem Fachterminus auch als „Releasing-Hormone bezeichnete Substanzen) nachgeordnete Keimdrüsen (wie Eierstöcke oder Gebärmutterdrüsen) beeinflussen. Aber das Gehirn (Hypothalamus und Zirbeldrüse) ist in hohem Maße vom geordneten Zusammenwirken des Gesamtorganismus abhängig. Und hier beginnt bei Fruchtbarkeitsproblemen oft die Suche nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen.

Leber ist Schaltzentrale

Eine Hauptrolle in diesem „Getriebe“ spielt zweifelsohne die Leber, als das Organ, das schlichtweg als „Schaltzentrale“ oder Drehscheibe des gesamten Stoffwechsels agiert und als „Eingangspforte“ aller Nährstoffe in den Organismus gilt. Ihre Schlüsselrolle begründet sich natürlich auch dadurch, weil sie in erster Linie diese hohen Milchleistungssteigerungen (v.a. Laktosegehalt!) der letzten Jahre erst ermöglicht hat. Aber oft hat man förmlich den Eindruck, dass hier immer mehr eine „Laus“ über die Leber läuft, und sie verstimmt reagiert.

Autor: Dr. Peter Zieger, Innovationsteam Milch, Hessen (D)

Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 1 von „Der fortschrittliche Landwirt“

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Aktualisiert am: 22.12.2011 11:15
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