Auf und ab am Getreidemarkt

Die vergangene Woche war durch ein ständiges Auf und Ab an den Getreidenotierungen der Euronext geprägt. Gegen Ende der Woche konnten sich sowohl die Weizen- als auch die Maispreise wieder etwas erholen.
Während in Österreich die Weizenernte im Gange ist, bewegen sich die internationalen Weizennotierungen stark auf und ab.
Während in Österreich die Weizenernte im Gange ist, bewegen sich die internationalen Weizennotierungen stark auf und ab.
Marktexperten zufolge sorgten Regenprognosen für die unter der schlimmsten Dürre seit 1956 leidenden USA sowie die Euro-Schuldenkrise für Gewinnmitnahmen an den Warenterminbörsen. So fielen die Mais- und Weizennotierungen an der Euronext in Paris von über 260 Euro zwischenzeitlich auf 251,50 Euro (Weizen) bzw. 254 Euro (Mais). Gegen Ende der Woche erholten sich aber beide Notierungen wieder. So notierte Mais am Freitag mit 260 Euro und Weizen mit 257,75 Euro.

Kaum Bewegung am Kassamarkt
In Österreich haben sich die Teilnehmer vom Kassamarkt zurückgezogen und in Abwarteposition begeben, um vorerst einmal zu sehen, wohin die wilde Achterbahnfahrt der internationalen Getreidepreise letztlich gehen soll. Von den Landesproduktenhändlern sind kaum Landwirte-Preise zu entlocken. Vereinzelt war vergangene Woche von Aufkaufpreisen für Mahlweizen zwischen 230 und 240 Euro (Butto) zu hören.

Maisendlager auf Sechs-Jahre-Tief
Der internationale Getreiderat IGC mit Sitz in London nahm in seinem Juli-Grain Market Report gegenüber dem Juni vor allem seine Prognose für die globale Maisversorgungsbilanz 2012/13 dramatisch zurück (siehe auf www.aiz.info Tabelle " IGC-Weltgetreidebilanzen Juli 2012"). Demnach fällt die Ernteprognose für Mais gegenüber Juni um 53 Mio. t kleiner aus und die Welt soll 2012/13 mit 864 Mio. t weniger ernten als im Vorjahr. Allein die US-Maisernte wird um 50 Mio. t auf nur mehr 300 Mio. t nach unten revidiert. Damit fallen auch trotz der Annahme, dass auch der Maisverbrauch langsamer wachsen wird als bisher angenommen, die Schätzungen für die globalen Maisendlager 2012/13 mit nur 115 Mio. t auf ein Sechs-Jahre-Tief und die Ratio stock to use auf 13,10%. Die Prognose der Weizenernte hält der IGC stabil bei 665 Mio. t und trotz eines ebenfalls leicht nach unten revidierten Verbrauchs wird es aber auch beim Weizen zu einem Bestandsabbau auf 183 Mio. t – dem tiefsten Stand seit vier Jahren - kommen. Der IGC hält fest, dass die Mais- und Sojabohnenpreise zuletzt wegen der schlimmsten Dürre in den USA seit 1956 explodiert seien und auch die Erträge sowie exportierbaren Überschüsse in der Schwarzmeerregion zurückgingen und damit die Weizen- und Gerstenpreise stützten.

Maisnotierung der EURONEXT
Weizennotierung der EURONEXT

Aktualisiert am: 29.07.2012 15:20
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