Auf Kalk nicht vergessen

Kalk ist der Motor der Bodenaktivität und Nährstoffaufnahme. Trotzdem gehört er zu den vernachlässigten Nährstoffen. Wie Sie Ihr Kalkmanagement verbessern, lesen Sie hier.
Zu hohe Mengen an Kalk, vor allem an Brannt- und Mischkalk, sollten nicht auf einmal gedüngt werden.
Zu hohe Mengen an Kalk, vor allem an Brannt- und Mischkalk, sollten nicht auf einmal gedüngt werden.
Über die Kalkung wurde schon viel geschrieben. Dennoch passieren gerade bei diesem Kapitel viele Fehler und die meisten Landwirte glauben, dass sie nach einmaliger Kalkung das Thema wieder verstauben lassen können. Viele fragen sich, warum sie trotz hoher Erträge kalken sollen.
pH-Werte sind wie schleichende Krankheiten: Anfangs tolerierbar und später chronisch. Das hängt damit zusammen, dass die Pufferkapazität sehr lange niedrige pH-Werte wegstecken kann. Deshalb sagt der pH-Wert für sich alleine noch nicht alles aus. Auch der Humusgehalt und die austauschbare Kalziumkonzentration-feststellbar im Rahmen der Bodenuntersuchung in Form der austauschbaren Kationenuntersuchung- ist für die Interpretation des Kalkbedarfes sinnvoll. Hinzu kommt auch die Bodenschwere. Schwere Böden mit hohem Tongehalt verschlucken einfach mehr Calcium in die Schichtmineralien des Tones, bevor sie pH-Wert-wirksam werden. Bei unseren Kalkdüngungsversuchen konnte gezeigt werden, dass Branntkalk - obwohl die gleiche Kalziummenge gedüngt wurde wie bei kohlensauren Kalk - einfach mehr Kalk in die Schichtmineralien des Tones schickt.

pH-Werten entscheidend
In unseren Versuchen haben wir bei einem pH-Wert von ca. 4,8 bis 5,0 je nach Parzelle mit der Aufkalkung begonnen. Dabei mussten wir erkennen, dass nach einmaliger Kalkung mit 1.200 kg CaO pro Hektar und Jahr der pH-Wert sich auf den schweren Lehmboden um maximal 0,4 Einheiten steigern lässt. Sollte der pH-Wert also nachhaltig von einem niedrigen Niveau, womit Werte unter 5,5 gemeint sind, auf mindestens pH-Wert 6,5 angehoben werden, sind drei bis vier Kalkungen erforderlich. Sinnvoll wäre es, nach Abschluss der Aufkalkung den Erfolg über eine neuerliche Bodenuntersuchung abzusichern.

Einarbeitung
Die Frage der Einarbeitung stellen Landwirte mit Maismonokultur immer wieder. Denn eine Kalkung auf Maisstroh, wie es früher leider häufig Praxis war, und ein anschließendes Einpflügen ist nicht wirkungsvoll. Damit würde der Kalk nur auf eine tiefere Zone abgelegt, ohne die Krume zu verbessern. Da Kalk auch ausgewaschen wird, bringt ein abermaliges Pflügen den Kalk nicht an die Oberfläche.
Am Besten wirkt die Kalkung nach der Ernte auf Getreide- und Maisstoppel und nachfolgender wühlender Arbeit mit dem Grubber. Auf diese Weise wird der Kalk intensiv in die Krume eingemischt. Ist man aufgrund der Fruchtfolge gezwungen, den Kalk auf die Pflugfurche aufzubringen, dann sollten Termine gewählt werden, wo der Boden gefroren ist, um eine gute Tragfähigkeit sicherzustellen und nicht zweimal mit schwerem Gerät den Boden zu malträtieren, nämlich bei der Kalkung und bei der Gülleausbringung.

Autor: Dr. Karl MAYER, LK Steiermark


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Aktualisiert am: 23.11.2009 15:16
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