Atemnot und Schweinetod

APP ist eine weltweit verbreitete Atemwegserkrankung in der Schweineproduktion, die durch Todesfälle und Wachstumsdepressionen massive wirtschaftliche Verluste verursacht. Oft wird APP nicht erkannt. Dieser Artikel zeigt, wie diese Krankheit erkannt und wirkungsvoll bekämpft werden kann.
Blaufärbung der Ohren ist ein Zeichen akuter Atemnot.
Blaufärbung der Ohren ist ein Zeichen akuter Atemnot.
Actinobacillus Pleuropneumonie (APP), der Erreger der porcinen Pleuropneumonie, wurde erstmals 1957 in Großbritannien isoliert. Durch die Intensivierung der Schweinehaltung seit den sechziger Jahren ist APP heute in den schweineproduzierenden Länder weltweit verbreitet und von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Bei dem Erreger handelt es sich um ein gram-negatives Bakterium, welches sich anhand verschiedener Kapselantigene in 15 Serotypen einteilen lässt, die geographisch unterschiedlich verbreitet sind.

In Österreich sind am häufigsten die Serotypen 4, 5, 6 und 10 nachweisbar. Nicht alle Serotypen haben krankmachende Eigenschaften. Für diese Eigenschaft sind verschiedene zellzerstörende Giftstoffe (Toxine), die bei einzelnen Serotypen unterschiedlich vorhanden sein können, verantwortlich.

Übertragung von Tier zu Tier
Der Erreger findet sich hauptsächlich im Atmungstrakt und in den Lymphknoten der Schweine und wurde abgesehen von einem Lamm noch nie von einer anderen Tierart isoliert. Innerbetrieblich breitet sich die Krankheit vor allem durch den Kontakt von Tier zu Tier aus.
Eine aerogene (über die Luft) Übertragung konnte bisher nur über eine Entfernung von 2-3m nachgewiesen werden.
Aufgrund seiner geringen Lebensdauer außerhalb des Wirtsorganismus ist die Gefahr der Übertragung durch Kleidung, Viehtransportfahrzeuge und Insekten als gering einzustufen.
Von Bestand zu Bestand erfolgt die Verschleppung von APP vorwiegend durch Zukauf stumm infizierter Tiere (Eber, Zuchtsauen, Läuferschweine).
Überstallung, mangelhafte Hygiene und Desinfektion, hohe Luftfeuchtigkeit, Luftgeschwindigkeit und Temperaturschwankungen spielen als krankheitsbegünstigende Faktoren eine große Rolle.

Autor: Dr. Michael HOLZHEU, Traunkreis Vet Clinic, Ried


Aktualisiert am: 22.06.2006 17:29
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