Arla Foods und Milch-Union Hocheifel planen Zusammenschluss

Die deutsche Milch-Union Hocheifel (MUH) und die deutsch-skandinavische Molkereigenossenschaft Arla Foods amba planen einen Zusammenschluss. Führende Repräsentanten beider Unternehmen haben ihren Eignern einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet.
Der Skandinavische Milchriese Arla Foods will Deutschlands drittgrößte Molkerei bilden.
Der Skandinavische Milchriese Arla Foods will Deutschlands drittgrößte Molkerei bilden.
Über das Zustandekommen der angestrebten Fusion stimmen die Vertreter der Mitglieder beider Genossenschaften Ende Juni 2012 ab. Dabei ist eine Zustimmung von mindestens 75% in beiden Genossenschaften notwendig. Kann das Vorhaben durch Einwilligung der Mitglieder auf den Weg gebracht werden und stimmen die EU-Wettbewerbsbehörden zu, wird der Zusammenschluss mit Wirkung zum 01.10.2012 umgesetzt. Aus der Vereinigung würde das drittgrößte Molkereiunternehmen in Deutschland hervorgehen. Beide Molkereigenossenschaften verstehen sich als europäisch ausgerichtete Unternehmen: Die rund 8.000 Anteilseigner der unter anderem für ihre Käsespezialitäten sowie für Butter bekannte Arla Foods amba sind Landwirte aus Schweden, Dänemark und Deutschland. Die 2.800 Mitglieder der Milch-Union Hocheifel eG verteilen sich wiederum auf Deutschland, Belgien und Luxemburg. "Durch einen Zusammenschluss unserer Genossenschaften könnten wir unsere seit Jahren verfolgte Strategie einer Internationalisierung im Sinne eines möglichst hohen und stabilen Milchpreises konsequent fortsetzen ", erklärte Rainer Sievers, Geschäftsführender Vorstand der MUH. Das ermögliche eine breitere internationale Vermarktung und neue Absatzmöglichkeiten für MUH-Produkte.

MUH vervollständigt Sortiment von Arla
Sowohl MUH als auch Arla Foods amba möchten weiter wachsen. "Unser Ziel ist es, eine starke europäische Genossenschaft zu werden, die eine wichtige Rolle am Weltmarkt spielen kann, um unseren Mitgliedern immer den bestmöglichen Milchpreis auszahlen zu können ", betonte Åke Hantoft, Vorsitzender des Aufsichtsrates von Arla Foods amba. Die MUH vervollständige das besonders durch Käsespezialitäten und Frischeprodukte geprägte Sortiment von Arla durch seine haltbaren Milchprodukte. MUH besitzt in Pronsfeld einen Produktionsstandort mit großem Potenzial. Es ist laut Hantoft die Absicht von Arla, in die Produktion in Deutschland zu investieren. "Das gibt unseren Mitgliedern angesichts eines zunehmend globaler werdenden Milchmarktes zusätzliche Sicherheit ", meinte Manfred Graff, Vorstandsvorsitzender der MUH.

Auch größte britische Molkerei unter Arla-Führung geplant
Arla Foods hat heute außerdem bekannt gegeben, mit der Molkereigenossenschaft Milk Link fusionieren zu wollen. Großbritanniens viertgrößtes Molkereiunternehmen soll wie die MUH der Arla Foods amba als Genossenschaft beitreten. Die Abstimmung darüber findet ebenfalls Ende Juni statt. Arla Foods wäre dadurch die größte britische Molkerei. Arla Foods amba ist weltweit die achtgrößte Molkereigenossenschaft. Sie wurde vor mehr als 100 Jahren gegründet. Im Jahr 2000 erfolgte die Fusion zwischen der schwedischen Arla Gruppe und dem dänischen Unternehmen MD Foods. Arla mit Sitz im dänischen Viby hat insgesamt 8.000 dänische, schwedische und deutsche Landwirte als Anteilseigner. Verarbeitet werden 9,2 Mio. t Milch pro Jahr. Arla produziert in zwölf Ländern und beschäftigt rund 17.400 Mitarbeiter. Anfang 2011 schloss sich die norddeutsche Hansa-Milch der Arla Foods amba an. Somit kann Arla Foods in Norddeutschland auch eigene Frischmilch-Produkte anbieten. Im November 2011 erwarb Arla die bayerischen Allgauland-Käsereien. Die Milch-Union Hocheifel gehört mit einer jährlich verarbeiteten Milchmenge von mehr als 1,3 Mio. t zu den größten H-Milch-Herstellern Europas. Rund 2.600 Landwirte liefern täglich rund 3,5 Mio. kg Milch an die MUH, die in der rheinland-pfälzischen Molkerei verarbeitet werden. Die MUH betreibt eine der größten und leistungsfähigsten Betriebsstätten der europäischen Milchindustrie. Das Sortiment von Milch und Milchmischgetränken, Schlagoberserzeugnissen und Kondensmilch. AIZ


Aktualisiert am: 22.05.2012 21:52
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