Argentinisches Rindfleisch - gut oder nur teuer?

Das Messer gleitet durch das zarte Stück Fleisch, es zergeht auf der Zunge. Argentinisches Rindfleisch ist ein teurer Genuss. Dabei könnte Argentinien viel mehr für den Weltmarkt produzieren, gäbe es nicht die Soja-Politik und die Regierung.
Argentinisches Rindfleisch gilt in Deutschland als teure Delikatesse. In Argentinien ist es billiges Grundnahrungsmittel.
Argentinisches Rindfleisch gilt in Deutschland als teure Delikatesse. In Argentinien ist es billiges Grundnahrungsmittel.

Der Job ist hart. Täglich legen sie zig Kilometer zurück, immer auf der Suche nach Futter für die Herde. Um ein Rind zu ernähren, ist in der argentinischen Steppe ein Hektar Fläche notwendig. Unland, würden wir sagen. Lebensgrundlage, sagen die Argentinier. Und genau da fängt das Problem an. Rindfleisch ist in Argentinien Grundnahrungsmittel. Billig muss es sein, denn nur dann kann es sich auch die Hälfte der Bevölkerung leisten, die weniger als 500 Euro im Monat verdient. Vor einigen Jahren war ein Kilo Rindfleisch günstiger als ein Kilo Toma - ten. Seit aber in der Pampa, der fruchtbaren Region westlich von Buenos Aires, immer weniger Platz für Rinder ist, wird es teuer, Rindfleisch zu produzieren. Landwirte verpachten ihre Flächen lieber an Sojaproduzenten, als das zu erzeugen, wofür sie auf der Welt berühmt sind: argentinisches Rindfleisch. Knapp 70 kg Rindfleisch pro Jahr hat ein Argentinier noch bis vor wenigen Jahren konsumiert. Heute sind es noch etwas über 60 kg. Dafür essen Argentinier heute mehr Schwein und Huhn. Die lassen sich praktischerweise auch mit dem billig produzierten Soja füttern.

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Autor: Lena Adlhoch
Aktualisiert am: 21.11.2013 13:25
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