Argentinische Regierung bremst Rindfleischexporte

Die bisherigen Exporte verringerten sich damit im Jahresvergleich um 54.000 t. Argentinien fällt unter den Rindfleischexporteuren zurück, auch der Rinderbestand sinkt.
Die argentinische Regierung begrenzt weiterhin die Rindfleischlieferungen ins Ausland, um das inländische Angebot zu erhöhen und die Preise niedrig zu halten. So wurden zwar laut dem nationalen Tiergesundheitsdienst Senasa im Mai 11.297 t frisches und verarbeitetes Rindfleisch im Wert von 88 Mio. USD exportiert. Im Vergleich zum Mai 2009 mit 26.827 t war dies jedoch ein deutlicher Rückgang.
Insgesamt hat Argentinien in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 87.347 t Rindfleisch im Wert von 479 Mio. USD ausgeführt. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 141.783 t im Wert von 593 Mio. USD gewesen. Wichtigster Abnehmer bleibt weiterhin Russland mit 20.165 t, vor Deutschland (11.310 t) und Israel (10.173 t), berichtet Dow Jones News.
Die Regierung in Buenos Aires bestreitet eine Blockade der Rindfleischausfuhren. Jedoch verweisen Exporteure auf das zu Jahresbeginn erlassene umständliche System für Ausfuhrgenehmigungen.

Lieferquoten können nicht erfüllt werden
Diese Hindernisse führen auch dazu, dass das Land seine Rindfleischexporte im Rahmen der Hilton-Quote in die EU nicht mehr voll erfüllen kann. Der nationalen Rindfleischkammer Ciccra zufolge, wurden mit Ende Mai mehr als 10.000 t nicht ausgeschöpft. Je Quotenjahr, das von 01.07. bis 30.06. dauert, dürfen die argentinischen Exporteure 28.000 t hochwertige Teilstücke vom Rind zu deutlich geringeren Zöllen in die EU liefern.
Das US-Agrarministerium (USDA) erwartet, dass Argentinien in diesem Jahr nur noch 380.000 t ausführen werde. Dies entspricht einem Rückgang um 42% im Vergleich zum Vorjahr. Damit würde das Land unter den weltweiten Exporteuren vom dritten auf den siebenten Platz zurückfallen. Die Rindfleischproduktion soll sich demnach heuer um 13% auf 2,8 Mio. t verringern. Das Agrarministerium versichert Exporte von 350.000 t zu ermöglichen. Hier ist Ciccra allerdings weniger optimistisch und geht von einem Ausfuhrvolumen von unter 250.000 t für das heurige Jahr aus.

Rinderbestand auf 48 Mio. gesunken
Ferner soll der argentinische Rinderbestand auf rund 48 Mio. Tiere zurück gegangen sein. Im Jahr 2008 waren es im Vergleich dazu noch 60 Mio. Die aktuelle Fleischknappheit sei ein Zeichen, dass die Rancher weibliche Tiere zurückhalten, um wieder ihre Herden zu vergrößern, heißt es. Ciccra zufolge hat sich die Produktion in den ersten fünf Monaten 2010 auf Jahressicht um rund 23% auf gut 1 Mio. t verringert.


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Aktualisiert am: 12.07.2010 11:07
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