Arbeitsplätze in heimischer Landwirtschaft 2000 – 2009 um 13,5% gesunken

Die Zahl der Beschäftigten in der heimischen Landwirtschaft ist in den Jahren 2000 bis 2009 um 13,5% gesunken. In den 27 EU-Mitgliedstaaten betrug der Rückgang im Schnitt 25%, das entspricht 3,5 Mio. Vollzeitarbeitskräften. In der EU-15 lag das Minus bei 17%.
Nicht nur die Arbeitsplätze in der LW sind in der EU gesunken - auch das Einkommen legte ein deutliches Minus hin.
Nicht nur die Arbeitsplätze in der LW sind in der EU gesunken - auch das Einkommen legte ein deutliches Minus hin.
In jenen zwölf Ländern (Bulgarien, Tschechien, Estland, Zypern, Lettland, Litauen, Ungarn, Malta, Polen, Rumänien, Slowenien und Slowakei), die der Union in den Jahren 2004 und 2007 beigetreten waren betrug der Rückgang an Arbeitsplätzen sogar 31%. Insgesamt waren im Vorjahr im Agrarsektor der EU-27 11,2 Mio. Personen vollzeitbeschäftigt, davon 5,4 Mio. in der EU-15, wie aus dem aktuellen Bericht des statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) hervorgeht. Die meisten Arbeitsplätze im Agrarbereich hatten 2009 Polen mit 20%, Rumänien (19%), Italien (10%), Spanien und Frankreich (je 8%).

Reales Agrareinkommen EU-weit im Schnitt um 5,3% gestiegen
Im selben Zeitraum hat sich das reale Landwirtschaftseinkommen je Arbeitskraft in der EU-27 im Schnitt um 5,3% erhöht. In Österreich lag die Steigerung mit 5,7% knapp darüber. 17 Mitgliedstaaten verzeichneten ein höheres Agrareinkommen - die größten Zuwächse gab es in Lettland (+140%), Estland (+131%), Polen (+107%), dem Vereinigten Königreich (+71%) und Litauen (+70%) -, in den restlichen Ländern der EU sahen sich die Bauern mit einem Einkommensminus konfrontiert, wie in Dänemark (-46%), Italien und Luxemburg (je -36%), Irland (-30%) und den Niederlanden (-28%).

Deutliches Einkommensminus 2009 von knapp 12%
Zwischen 2008 und 2009 nahm das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft in der EU-27 um 11,6% ab. Das größte Minus wurde in Ungarn (-32%), Luxemburg (-25%), Irland (-24%), Deutschland und Italien (je -21%) sowie Österreich mit 19,4% verzeichnet. Ihr Einkommen steigern konnten lediglich die Landwirte in Malta (+8%) und Dänemark (+4%). In Belgien (+0,4%) und auf Zypern (+0,9%) war es nahezu unverändert geblieben.

Copa/Cogeca: "Schlimmste Befürchtungen bestätigt"
Aufgrund des drastischen Einbruchs des landwirtschaftlichen Einkommens 2009 in der EU bekräftigen die Dachverbände der EU-Landwirte und ihrer Genossenschaften (Copa und Cogeca) ihre Forderung nach dringendem Handeln, um der Krisensituation im europäischen Agrarbereich zu begegnen. Einzelne Sektoren seien von den Einkommensverlusten besonders stark betroffen, wie Getreide (-30%), Olivenöl (-24%), Milch (-21%) und Obst (-12%). Eine der Hauptursachen sehen die europäischen Bauernvertreter im Wertverfall für die landwirtschaftliche Erzeugung im Ausmaß von 10,4%.

Vernünftige Verwaltung der Milchlagerbestände und weitere Maßnahmen gefordert
"Mit diesen Zahlen bestätigen sich unsere schlimmsten Befürchtungen", betonte Copa/Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen. Die Situation sei "schlicht unerträglich". Selbst vor der aktuellen Krise hätten die landwirtschaftlichen Einkommen im Schnitt nur 50% der durchschnittlichen gesamtwirtschaftlichen Verdienste erreicht, so Pesonen. Er fordert die europäischen Entscheidungsträger auf "umgehend tätig zu werden, um Besserungen herbeizuführen", etwa durch Sofortmaßnahmen für den Obst- und Gemüsesektor, mit erhöhten Möglichkeiten der Marktrücknahme. Im Milchbereich sei eine vernünftige Verwaltung der Lagerbestände geboten, während für Getreide die Instrumente der Marktverwaltung voll zu nutzen seien. (AIZ)

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Aktualisiert am: 08.05.2010 09:59
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