Arbeitnehmervertretung verlangt höchste Standards zu Schleuderpreisen

"Geiz ist geil " ist kein Rezept für sichere Lebensmittel. Es garantiert auch nicht die von den Österreichern verlangte Gentechnikfreiheit und keinem Bergbauern das Überleben, es sichert nicht die Biolandwirtschaft und trägt rein gar nichts zu den hohen Tierhaltungsstandards der heimischen Landwirtschaft bei.
Schweinefleisch aus Österreich mit höchster Qualität aber zu einem Schleuderpreis - ein utopischer Konsumentenwunsch!
Schweinefleisch aus Österreich mit höchster Qualität aber zu einem Schleuderpreis - ein utopischer Konsumentenwunsch!
Wer sichere und hochqualitative Lebensmittel will, bekommt diese nicht zu Schleuderpreisen. Und wer von den heimischen Landwirten immer höhere Standards in der Pflanzen- und Tierproduktion haben will, muss dafür die Kosten tragen. Laut LK- Präsident Wlodkowski tragen zu den Teuerungen bei Lebensmitteln nicht nur Dürre oder Unwetter, sondern auch hausgemachte Ursachen bei. Als Beispiel aus der jüngsten Zeit nennt er die Diskussion um die Zuchtsauenhaltung. Dort werden von den Bauern ohne Not weit über die EU-Vorschriften hinausgehende und in der Wissenschaft umstrittene Maßnahmen verlangt, die die bäuerlichen Betriebe Millionen Euro zusätzlich kosten und sie gegenüber den Konkurrenten am Binnenmarkt schlechter stellen würden. Die Haltung exotischer Rassen wie Mangaliza wird als Vorbild für die fünf Millionen in Österreich gehaltenen Schweine dargestellt; laut Wlodkowski kann man dahinter nur Unwissenheit oder Böswilligkeit vermuten.

Anteil der Bauern sinkt
Nur noch 12% des Einkommens und somit weniger als für Sport- und Freizeitvergnügen werden für die Ernährung in Österreich, dem drittreichsten Land der EU, aufgewendet. Gleichzeitig ist der Wertschöpfungsanteil der Landwirtschaft in der gesamten Kette vom Bauern zum Verbraucher laut Wlodkowski gesunken, wie eine EU-Untersuchung beweist. Vor 15 Jahren betrug dieser Anteil noch knapp ein Drittel, heute jedoch weniger als ein Viertel. Diese Tatsache darf bei den nun beginnenden Verhandlungen über neue Spielregeln der europäischen Agrarpolitik beziehungsweise über das EU-Agrarbudget nicht übersehen werden.


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Aktualisiert am: 21.07.2011 10:23
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