Applikationstechnik- wie viel Wasser und welche Düse?

Bei der Applikation spielen neben einer guten Technik die Wasseraufwandmenge und die Geschwindigkeit bei der Überfahrt eine entscheidende Rolle. Bei Beachtung einiger Grundsätze gelingt eine optimale Platzierung der Spritzbrühe im Bestand.
Das Tropfenspektrum einer Düse wird vor allem von der Bauform und der Schlitzform der Ausstoßöffnung beeinflusst.
Das Tropfenspektrum einer Düse wird vor allem von der Bauform und der Schlitzform der Ausstoßöffnung beeinflusst.
Gute Technik ist Voraussetzung für eine exakte Applikation. Das Augenmerk sollte vor allem auf die Quer- und die Längsverteilung der Spritzbrühe gelegt werden. Ein ruhiges und stabiles Gestänge ist die Grundlage für eine gute Applikation. Der Abstand des Gestänges zum Bestand sollte bei 110°-120° Düsen bei einem Düsenabstand von 50 cm zwischen 40 und 60 cm eingestellt werden. Auf Standorten mit Abdriftproblemen kann der Düsenabstand auf 25 cm verringert und somit auch der Abstand zum Bestand auf ca. 25 cm reduziert werden. Das hat den Vorteil eines geringeren Abdriftrisikos. Um den Abstand einzuhalten, ist eine präzise elektronische Gestängeführung zwingend erforderlich.

Die richtige Düse
Die Düsengröße ist entscheidend für die Ausstoßmenge. Das Tropfenspektrum einer Düse wird nicht nur von der Größe beeinflusst, sondern zum größten Teil von der Bauform und der Schlitzform der Ausstoßöffnung der Düse.
Bei den meisten neuen Düsen ist das Tropfenspektrum eingeengt. Bei einer XR 110 03 Düse bei 3 bar Druck sind 10 % der Tropfen kleiner als 100 µm und das Tropfenspektrum reicht bis 1000 µm. Vergleicht man dazu eine gleichgroße Injektordüse ID 120 03 bei gleichem Druck, so beginnt das Tropfenspektrum erst bei 100 µm und reicht bis ca. 900 µm. Der Anteil der Tropfen kleiner 100 µm gilt als stark abdriftgefährdet, aus diesem Grund wird dieses Tropfenspektrum durch die Injektordüsen ausgeblendet.

Druck ist entscheidend
Ein weiterer Einflussfaktor auf das Tropfenspektrum einer Düse ist der Druck. Nimmt man den Druck an der Düse sehr weit zurück, sprüht die Düse bekannterweise sehr grobtropfig, erhöht man den Druck dagegen sehr stark, so beginnt die Düse zu nebeln. Bei den meisten Spritzen wird die Wasseraufwandmenge über den Druck der Fahrgeschwindigkeit angepasst. Dadurch ändert sich während der Fahrt das Tropfenspektrum. Deshalb muss eine Düse so gewählt werden, dass der optimale Druckbereich der Düse zur Wasseraufwandmenge und bei der angestrebten Geschwindigkeit nicht über- oder unterschritten wird. Bei der kurzen Bauart der Injektordüsen liegt dieser optimale Bereich zwischen 2 und 4 bar. Bei der langen Bauform muss der Druck größer als 4 bar sein. Zusätzlich kommt es durch die Druckveränderung, bedingt durch die Änderung der Fahrgeschwindigkeit, zu einer unterschiedlichen Eindringtiefe der Spritzbrühe in den Bestand.

Reduzierte Wassermenge
Die Wasseraufwandmenge pro Hektar wird im Wesentlichen von der Düsengröße, dem Druck und der Vorfahrtsgeschwindigkeit bestimmt. Eine Reduzierung der Wasseraufwandmenge führt zu einer höheren Schlagkraft der Spritze, da vor allem die Befüllzeiten pro ha abnehmen. Bei starker Reduzierung der Wasseraufwandmenge ist Vorsicht geboten. Vor allem bei systemischen Fungiziden und Insektiziden, aber auch bei Fungiziden mit einem hohen Lösungsmittelanteil muss die Aufwandmenge der Wassermenge angepasst werden.

Autor: Josef STANGL, N.U. Agrar, Schackenthal, (D)


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Aktualisiert am: 21.09.2009 17:48
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