Anbau von Sommergetreide rechnet sich

Stärken und Schwächen einzelner Sorten, wie sie im Erlös abschneiden und worauf bei der Erzeugung zu achten ist, das vermittelt der folgende Beitrag.

Wesentlich für die Ertragsbildung von Hafer ist eine überdurchschnittliche Kornzahl//Rispe. Niedrige Bestandesdichten von 250 bis 300 Rispen/m2 können über höhere Einzelpflanzenerträge ziemlich gut ausgeglichen werden.
Wesentlich für die Ertragsbildung von Hafer ist eine überdurchschnittliche Kornzahl//Rispe. Niedrige Bestandesdichten von 250 bis 300 Rispen/m2 können über höhere Einzelpflanzenerträge ziemlich gut ausgeglichen werden.
Für Ackerbauern ist die Situation auf den Getreidemärkten derzeit günstig. Geringere Erntemengen des Vorjahres und eine verstärkte Nachfrage haben die Erzeugerpreise ansteigen lassen. Auch der Flächenbedarf für Energiepflanzen (Ethanolgetreide, Mais und Hirse für Biogasanlagen usw.) wirkt sich zunehmend aus. Die preisfreundliche Stimmung dürfte für die Ernte 2007 erhalten bleiben.

Attraktive Braugerstenpreise
Der Anbau von Braugerste lohnt sich wieder. Während in der Vergangenheit die Preisvorstellungen zwischen Agrarhandel und den Mälzereien bzw. der Brauindustrie oft weit auseinander klafften, wurde ein Vorvertragspreis für die Ernte 2007 bereits im November vereinbart. Der Großhandelsabgabepreis von 151 Euro/t liegt mehr als 30 % über jenem des Vorjahres (112 Euro/t). Das bedeutet Landwirtepreise von 125 bis 135 Euro/t exkl. MWSt., es wird jedoch nur ein Teil des Bedarfes kontrahiert.

Sommerweizen
Manche Landwirte berichten über gute Erfolge mit verminderten Saatstärken. Das mag in bestimmten Fällen richtig sein, wir empfehlen es nicht. Der Sommerweizen MICHAEL fiel in der Dünnsaatvariante (minus 100 Körner/m2, 21 Versuche) um durchschnittlich 4 dt/ha bzw. 6 % ab. Für die meisten Bedingungen sind bei Sommerweizen 330 bis 400 Körner/m² bzw. 120 bis 170 kg/ha optimal. Allzu niedrige Bestandesdichten sind über die Bekörnung der Ähren nicht ausreichend kompensierbar.

Als Qualitätsweizen werden hauptsächlich Favorit, SW Kronjet und Xenos angeboten. FAVORIT wird wegen der guten Proteinwerte und der stabilen Fallzahl geschätzt. Der früher reifende SW KRONJET zeichnet sich durch Standfestigkeit und Krankheitstoleranz aus. XENOS hat sowohl bei Herbst- wie auch bei Frühjahrsaussaat entsprochen. Der im Dezember zugelassene Grannenweizen SENSAS überzeugt durch exzellente Auswuchsfestigkeit und hohes Hektolitergewicht, für heuer ist nur wenig Saatgut vorhanden.

Unter den Mahlweizen ist MICHAEL wegen seiner mittelfrühen Reife und der stabilen Leistungen weiterhin bedeutsam. MONSUN ist durch hohe Fallzahlen (Schlechtwettertoleranz) charakterisiert. SW KADRILJ hat eine ausgewogene Widerstandkraft gegenüber Krankheiten. Der später reifende TRAPPE ist unser ertragsstärkster Sommerweizen, sein Proteingehalt ist mit -0,8 % zu Michael knapp ausgeprägt. Der Purpurweizen INDIGO ist – ähnlich wie Xenos – eine Wechselform. Indigo wird fast ausschließlich in Anbauverträgen erzeugt.

Autoren:DI Michael OBERFORSTER, DI Clemens KRÜPL und Ing. Willibald PRIELER (AGES Wien)


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Aktualisiert am: 08.02.2007 17:16
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