Ampferregulierung am Bio-Grünland

Der biologische Landbau setzt eine Vielzahl von Maßnahmen zum Erhalt gesunder Grünlandbestände ein. Bei verunkrauteten Flächen ist es mit Ampferstechen allein nicht getan.
Ampferfreie Grünlandbestände sind bei biologischer Bewirtschaftung nur bei Beachtung verschiedender Faktoren zu erreichen.
Ampferfreie Grünlandbestände sind bei biologischer Bewirtschaftung nur bei Beachtung verschiedender Faktoren zu erreichen.
Die Pflanzen sind der Spiegel des Bodens, deshalb muss der Bodenfruchtbarkeit besondere Bedeutung zugemessen werden. Der wichtigste Nährstofflieferant ist der hofeigene Wirtschaftsdünger, wobei auf eine sachgerechte Lagerung und Ausbringung das ganze Jahr über zu achten ist. Gülle wird nur mit Wasser verdünnt (fließfähig), bei kühler Witterung und befahrbarem Boden ausgebracht. Keinesfalls dürfen sich Krusten bilden, die die Gräser darunter absticken und den Ampfer fördern. Stallmist ist nach Möglichkeit zu kompostieren und im Herbst auszubringen. In der Praxis haben sich auch 1-2 Mal umgesetzte Feldmieten bewährt. Mieten sind unbedingt mit Kompostvlies gegen Austrocknung oder Nässe zu schützen. Eine Abdeckung verhindert auch den Bewuchs mit Ampfer, der sich so am besten ausbreiten kann.

Wichtig ist ein dichter Pflanzenbestand
Wechselwiesen müssen bei hohem Ampfersamendruck besonders sorgfältig angelegt werden. Nach 1-2 Jahren mit einer konkurrenzfähigen Kleegrasmischung muss der Bestand mittels Nachsaat abgelöst werden. Auch eine Weidenutzung in den letzten 2-3 Jahren vor Umbruch ist möglich. Auch hier gilt: nur ein dichter, gesunder Pflanzenbestand hält unerwünschte Kräuter zurück.

Über- oder Unternutzung vermeiden
Die Mähwiesen werden gemäß ihrer Standortsbonität (Neigung, Wasserversorgung) genutzt. Dabei sind 3- bis 4-Schnitt Flächen als Dauergrünland alle 2-3 Jahre mit geeigneten Saatgutmischungen nachzusäen. Ein guter Indikator für eine Übernutzung ist hier die Gemeine Rispe, erkennbar am muffig riechenden Filz auf den Bestandeslücken. Die artenreichen und traditionell bewirtschafteten 1- bis 2-Schnittflächen erhalten sich bei spätem 1. Schnitt (Mitte Juni) und konstanter Nutzung von selbst. Zu beachten ist, dass das Düngerniveau an die Nutzung angepasst sein muss, und nicht einseitig werden darf (z.B. nur Jauche). Jede Änderung von Schnittanzahl, Zeitpunkt sowie Düngung bringt auch eine Änderung im Pflanzenbestand mit sich. Gute Indikatoren für Unternutzung sind große Doldenblütler wie Bärenklau und Kerbel.

Ampferstechen zur direkten Bekämpfung
Biobauern setzen als direkte Bekämpfung das mechanische Stechen der Ampferwurzel ein. Wichtig ist dabei, dass der Besatz noch überschaubar ist und die Arbeitsressourcen vorhanden sind. Eine reine Mahd fördert den Ampfer in den meisten Fällen, da er genügend Reserven in der Wurzel besitzt und über Seitentriebe noch mehr Blätter bildet. Deshalb muss der Wurzelhals bis ca. 10cm Tiefe mittels Ampferstecher herausgezogen werden. Der Ampfer bildet nur am Sprossteil Seitenknospen, die darunter liegende Wurzel kann nicht mehr anwachsen. In manchen Gebieten ist auch eine Ampferfräse im Einsatz. Sinnvoll ist das auf ebenen, nicht steinigen Flächen.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Heft 9/2010.

Autor: DI Wolfgang Angeringer, Bio Ernte Steiermark


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Aktualisiert am: 03.05.2010 14:54
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