Alternative Rindermast

Die Milchleistung der deutschen Kontrollkühe ist in nur einem Jahr um 400 kg auf rund 8.800 kg gestiegen. Auf dem Rindermasttag in Hürm diskutierten die Landwirte, wie sie auf milchbetontere Kälber reagieren können. Ansatzpunkte gibt es mehrere. Manche rechnen sich allerdings nicht.
Mast auf Tiefstreu für ein Markenprogramm verbessert die Wirtschaftlichkeit. Foto: G. Bayer
Mast auf Tiefstreu für ein Markenprogramm verbessert die Wirtschaftlichkeit. Foto: G. Bayer
EU ist Zielmarkt aller Rindfleischexporteure
Großbritannien tritt am 29. März 2019 aus der EU aus. Die Quoten für den Rindfleischhandel sind festgelegt. Die Rindermäster rechnen mit stabilen Bedingungen. Ganz anders sehen die Mäster das Handelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur einschließlich Mexiko. Um jede Tonne Importquote wird gerungen. In Zukunft wird jedenfalls mehr südamerikanischer Soja in Form von Rindfleisch in Europas Häfen ankommen.

Milchrassen auf Siegerstraße
Die EU rechnet 2030 mit 180 Millionen Tonnen Milcherzeugung. Die Milchleistung je Kuh wird um 17% steigen. Immer weniger Kühe erzeugen immer mehr Milch. Vor 20 Jahren lieferte jede österreichische Kuh erst 5.200 kg. Jetzt sind es knapp 8.000 Liter. In Dänemark geben die Kühe 10.000 Liter. Der Trend zu milchbetonteren Genotypen ist ungebrochen.

Milchrassen in der Stiermast
Über Stiermast mit Holsteins wird südlich der Main-Donau-Linie nicht einmal mehr diskutiert. Viele Kälber werden deshalb nach Südeuropa exportiert. Tradition hat die Mast milchbetonter Rassen nur noch in Norddeutschland. Studien über deren Wirtschaftlichkeit gibt es allerdings kaum. Deshalb läuft ein Mastversuch in Gumpenstein mit Holstein- und Fleckviehtieren. Aus den Zwischenergebnissen zieht Margit Velik vom Institut für Nutztierforschung den vorläufigen Schluss, dass die Mast von Holsteinkälbern erst bei ganz günstigen Kälberpreisen und bei sehr billigem Grund- und Kraftfutter rentabel ist. Grund dafür sind die geringen Tagesznahmen (minus 16%) und das geringe Schlachtkörpergewicht (minus 13 %). Nur ein viel höherer, ethisch aufgeladener Verkaufspreis könnte die Konkurrenzfähigkeit zur Fleckviehmast herstellen.


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Aktualisiert am: 11.12.2018 15:35
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