Almen fachgerecht bewirtschaften

Die Almwirtschaft hat in Österreich sowohl in der bäuerlichen als auch in der nichtbäuerlichen Bevölkerung einen hohen Stellenwert. Das Wort Alm ist mit einem hohen emotionalen Wert besetzt. Soll eine Alm all diesen Anforderungen gerecht werden und die geschätzten Leistungen erbringen, muss sie auch fachgerecht bewirtschaftet werden.
Almen sind multifunktionale Lebensräume. Ist jedoch die Weideintensität zu gering und die Pflege mangelhaft, nehmen Zwergsträucher überhand und die Natur erobert sich diese Flächen zurück.
Almen sind multifunktionale Lebensräume. Ist jedoch die Weideintensität zu gering und die Pflege mangelhaft, nehmen Zwergsträucher überhand und die Natur erobert sich diese Flächen zurück.
Durch den Strukturwandel mit dem Rückgang an Arbeitskräften und dem Sachzwang zu einer hohen Milchleistung wurden viele Sennalmen (Milchviehalmen) in Galtviehalmen (Jungviehalmen) umgewandelt. In den letzten 50 Jahren entwickelte sich der Trend immer mehr in eine Almwirtschaft ohne Halter (Hirte), wo das Vieh nur mehr sporadisch vom Heimgut aus betreut wird. Zwangsläufig damit verbunden ist eine Konzentration der Alpung auf die gut erreichbaren Flächen, wo die Gefahr des Überbesatzes mit Vieh besteht. Durch den Personalmangel bleibt die Weidepflege aus und für die Verbreitung von weniger wertvollen Pflanzen, die durch des Viehmaul geschont werden, gibt es kaum begrenzende Faktoren. Als Folge dieser Verhältnisse müssen wir eine massive Wiederbewaldung oder Verheidung mit einem Verlust an Almweide und Multifunktionalität zur Kenntnis nehmen.

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Aktualisiert am: 27.06.2003 10:42
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