Almen: Mit Weidewirtschaftsplan Ertrag sichern

Ein Weidewirtschaftsplan dient der Erhaltung der Alm- und Weideflächen. Die Ziele dabei sind die Sicherung eines möglichst nachhaltigen Ertrages auf den Weideflächen, sowie die Gewährleistung einer geordneten Wirtschaftsführung.
Mit dem Weidewirtschaftsplan soll eine ordentliche Wirtschaftsführung auf den Almen ermöglicht werden.
Mit dem Weidewirtschaftsplan soll eine ordentliche Wirtschaftsführung auf den Almen ermöglicht werden.
Für den neuen niederösterreichischen Weidewirtschaftsplan dient ein Orthofoto als Grundlage, um eine Weide mit ihren Flächen, ihren Einrichtungen und den eventuell erforderlichen Maßnahmen exakt und lagegenau abzubilden. Für die Grundlagenerhebung seitens der Behörde werden Orthofotos, Daten aus dem Alm- und Weidebuch, der Grundbuchsauszug, der Mehrfachantrag, die Auftriebsliste, Klimadaten sowie Unterlagen zu naturschutzrelevanten Auflagen einer Analyse und Bewertung unterzogen. Anschließend erfolgt eine Kartierung und Bonitierung der Weideflächen sowie der Weideeinrichtungen. Dabei werden auch die Futterwüchsigkeit, die Unkrautbestände, der Steinanteil an der Weide, sowie die Überschirmung mit forstlichem Aufwuchs festgestellt.

Planliche Darstellung

Nach der Vororterhebung erfolgen die Auswertung der Geländekartierung, die Berechnung des nachhaltigen Ertrages, die Erstellung von Themenkarten und die Ausarbeitung eines Maßnahmenkataloges. Die planliche Darstellung des Weidewirtschaftsplanes erfolgt in Form unterschiedlicher Layer (Kartenansichten). Diese enthalten die Außengrenze, die Futterflächen, die Koppeleinteilung, sämtliche Weideeinrichtungen wie beispielsweise Gebäude, Zäune, Wege, Gatter und Wasserversorgungsanlagen (Tränken, Quellen) sowie die zu setzenden Maßnahmen auf den betroffenen Flächen.

Gezielte Maßnahmen

Bei einem Großteil der Maßnahmen handelt es sich um Arbeiten, die einer nachhaltigen Verbesserung der Weideflächen und somit der Sicherung der Futtergrundlage dienen. Darunter fallen Arbeiten wie das Räumen und Säubern der Weide, die Unkrautbekämpfung sowie das Schwenden. Eine weitere bodenpflegliche Maßnahme ist z.B. die Einsaat von Grasmischungen. Vorgaben, die einer Verbesserung des Weidemanagements dienen, sind z.B. eine Neueinteilung der Koppeln, eine dem Bedarf angepasste Wasserversorgung sowie die Erschließung innerhalb des Weidegebietes. Zu den betriebsverbessernden Maßnahmen zählen auch die Errichtung von Almgebäuden (Halterhütte und Notstall). Darüber hinaus sind Betriebseinrichtungen wie Verladestation, Waage und Fangeinrichtungen wichtige Voraussetzungen für einen geordneten Weidebetrieb und eine zeitgemäße Almbewirtschaftung.

Von DI Kurt Kreitner, NÖ Alminspektorat


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Aktualisiert am: 15.07.2009 18:35
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