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Allianz zwischen Baum und Pilz

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Ohne Pilze könnten viele Baumarten aber gar nicht existieren. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit nennt sich Mykorrhiza.
Wer im Wald nach Pilzen sucht, sucht eigentlich nur deren Fruchtkörper. Der wichtigere Teil des Pilzes, das Mycel, lebt im Boden. Foto: Kurt Gall/pixelio.de
Wer im Wald nach Pilzen sucht, sucht eigentlich nur deren Fruchtkörper. Der wichtigere Teil des Pilzes, das Mycel, lebt im Boden. Foto: Kurt Gall/pixelio.de
Der Begriff Mykorrhiza ist aus den griechischen Wörtern mukes (Pilz) und rhiza (Wurzel) zusammengesetzt und bedeutet verpilzte Wurzel. Einfacher formuliert: Mykorrhiza ist eine Wurzel, die von einem Pilz besiedelt wird. Die Feinwurzeln des Baumes, die mit freiem Auge kaum sichtbar sind, werden dabei mit einem dichten Fadengeflecht, der Mycel, umhüllt. Der Baum nimmt dadurch besser Nährstoffe auf.

Biologie von Pilzen

Wer im Wald nach Pilzen sucht, sucht eigentlich nur deren Fruchtkörper. Der wichtigere Teil des Pilzes, das Mycel, lebt im Boden. Pilzmycel sind ein Geflecht von weißen Fäden, die den Boden durchwachsen. Sind die Bedingungen günstig, bildet der Pilz Fruchtkörper. Pilzmyceln können sehr groß und alt werden. Eine von Forschern genau untersuchte Hallimaschkolonnie verteilt sich auf eine Fläche von 5 ha, das Alter wird auf 1.500 Jahren und das auf Gewicht von 10 to geschätzt. Pilze bilden ein eigenes Reich, das sie sich sowohl von Pflanzen als auch von Tieren unterscheiden. Pilze sind nicht in der Lage Fotosynthese zu betreiben und daher auf andere Energiequellen angewiesen. Nach der Art ihrer Nahrungsquelle unterscheidet man drei Formen: symbiotische Pilze leben in Gemeinschaften mit Pflanzen, saprotrophe Pilze bauen organisches (auch totes) Material ab und parasitische Pilze leben vom Stoffwechsel anderer Organismen.

Ohne Pilz kein Wald

Fast alle heimischen Baumarten betreiben diese Symbiose mit Pilzen. Manche Experten vermuten, dass sich Wälder ohne Mykorrhiza gar nicht bilden könnten. Etwa ein Drittel der heimischen Großpilze, also rund 2.000 Arten, sind Mykorrhizapilze. Viele davon sind wirtsspezifisch, also an eine bestimmte Baumart gebunden wie etwa der Lärchenröhrling oder der Eichenreizker. Es gibt auch eine Reihe von Pilzen, die entweder nur in Laub- oder Nadelwäldern gedeihen. Die Bäume zeigen sich flexibler bei der Partnerwahl: im Wurzelwerk eines Baumes leben oft mehrere verschiedene Pilze nebeneinander.

Mehr als Nährstofftausch…

Die Mykorrhiza ist das Organ, an dem Baum und Pilz verschiedene Stoffe austauschen. Der Baum liefert dabei Zucker, den die Blätter bei der Photosynthese bilden. Der Bast transportiert den Zucker zu den Wurzeln. Der Pilz liefert Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor. Bäume brauchen diese Nährstoffe für ihren Stoffwechsel und den Aufbau von Gewebe (Blätter, Holz). Pilze sind besser als Bäume in der Lage, Nährstoffe aufzunehmen, da sie auch in mikroskopisch kleine Bodenporen vordringen können. Die Mykorrhiza ist die bekannteste und verbreitete Form der Symbiose. Doch die Pilze liefern nicht nur Nährstoffe. Die Mykorrhiza schützt auch vor Schadstoffen. Die Pilze halten mit ihrem Geflecht Schwermetalle auf, die sonst von den Bäumen aufgenommen würden. Mykorrhizierte Bäume weisen auch eine erhöhte Toleranz gegenüber verschiedenen Stressfaktoren auf. Sie sind weniger anfällig gegenüber Frost und widerstandsfähiger gegenüber krankheitserregenden Bodenorganismen.

Fördern durch Waldwirtschaft

Als Waldbesitzer kann man die Mykorrhiza fördern:
• Die Durchforstung dichter dunkler Altbestände fördert die Fruchtkörperproduktion und somit die Verbreitung der Pilze.
• Je mehr verschiedene Baumarten in einem Wald wachsen, desto grösser ist die Artenvielfalt an Mykorrhizapilzen.
• Nach Sturmschäden sind die verbleibenden Jungpflanzen Refugium für Mykorrhizapilze, die ihren Baumpartner verloren haben. Sie helfen mit, die Pilze in die neue Baumgeneration hinüberzuretten.
• Schlagabraum soll nicht verbrannt werden, sondern als Substrat belassen werden.


Aktualisiert am: 27.12.2016 10:43
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