Aldi und Lidl setzen auf unkastrierte Schweine

München - Die Discounter Aldi und Lidl wollen in den Niederlanden ab 2009 nur noch Schweinefleisch von unkastrierten Tieren vermarkten.
Das meldet die holländische Stiftung "Schweine in Not". Die Organisation beruft sich dabei auf eigene, monatelange Verhandlungen mit den beiden Discountriesen. Grund ist die anhaltende Tierschutzdebatte um das betäubungslose Kastrieren von Ferkeln. Die niederländischen Handelsketten Albert Heijn und C1000 wollen den Schritt laut "Schweine in Not" nicht vollziehen. Darum will die Organisation die beiden Unternehmen vor Gericht bringen. Sollten Aldi und Lidl in den Niederlanden tatsächlich auf Fleisch von unkastrierten Schweinen umsteigen, wäre dies ein Dammbruch für den europäischen Markt.

Auch in den Niederlanden gibt es - ähnlich wie in Deutschland - eine freiwillige Branchenvereinbarung, ab dem kommenden Jahr Ferkel nur noch unter Betäubung zu kastrieren. Die holländische Fachzeitung "Agrarisch Dagblad" spekuliert darüber, dass das Schweinefleisch für Aldi und Lidl wahrscheinlich von deutschen Schlachtereien geliefert werde. Genannt werden Westfleisch, Tönnies und Oldenburg. Fachleute reagierten ungläubig auf die Ankündigung. Vermutet wird, die Discounter würden nur noch Fleisch von weiblichen Tieren vermarkten. Das würde allerdings eine getrennte Schlachtung und Verarbeitung erfordern. (leh/dlz)


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Aktualisiert am: 18.10.2008 20:49
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