Aktuelle Pflanzenschutzinformationen zu Raps in OÖ

Die Gefahr von Rapsglanzkäferbefall ist derzeit groß. Welche Produkte sollen eingesetzt werden? Was ist zu beachten?
Die Gefahr vom Rapsglanzkäfer ist derzeit hoch (Foto: DI Hubert Köppl).
Die Gefahr vom Rapsglanzkäfer ist derzeit hoch (Foto: DI Hubert Köppl).
Die Knospen der Rapsbestände sind gut sichtbar (2 bis 4 cm Durchmesser). Damit steigt auch die Gefahr von Schäden durch Rapsglanzkäfer. Die Rapspflanzen sind momentan am Beginn zur vollen Streckungsphase und hier kann ein Wachstumsreglereinsatz sinnvoll sein.
Die wirtschaftliche Schadensschwelle beim Rapsglanzkäfer sind 5 bis 6 Käfer pro Haupttrieb am Feldrand und 2 bis 3 Käfer in Feldmitte. Da auch in Oberösterreich die Rapsglanzkäfer schon großteils resistent gegen Pyrethroide der Klasse II sind (Decis, Fastac, Karate Zeon, etc.), wird eine eventuell notwendige Behandlung nur mehr mit wirksamen Produkten empfohlen. In Frage kommen dazu Pyrethroide der Klasse I wie 0,2 l/ha Trebon 30 EC oder 0,2 l/ha Mavrik Citro-Pack (Mischreihenfolge beachten) oder 0,15 kg/ha Plenum 50 WG (Achtung - das Produkt ist bienengefährlich - es darf weder eine Rapsknospe aufgeblüht haben, noch blühendes Unkraut vorhanden sein). Weiters sind Biscaya und Mospilan 20 SG möglich. Die beste Wirkung wird bei einer Behandlung in einen starken Zuflug erreicht (warme Temperaturen am Nachmittag).
Wie kann ich testen, ob der letzte Insektizideinsatz noch wirkt?
In der Früh soll noch vor dem Neuzuflug beobachtet werden (Rapsglanzkäfer aus der Knospe in Hand schütteln), ob aktive Rapsglanzkäfer zu finden sind. Auch wenn die Käfer noch leben, diese aber nach spätestens 30 Sekunden immer noch auf der Hand krabbeln, kann noch von einer Wirkung ausgegangen werden.
Der Krankheitsdruck mit Phoma ist seit Herbst anhaltend sehr gering, sodass bei einem Fungizideinsatz eher mit den niedrigeren, auch noch gut wachstumsregulatorischen Aufwandmengen gearbeitet werden kann, d.h. z.B. 0,5-0,75 l/ha Folicur, 0,5-0,6 l/ha Carax oder 0,6-0,9 l/ha Orius. Die Bordüngung soll mit der Rapsglanzkäferbekämpfung abgeschlossen werden. Raps braucht im Frühjahr insgesamt 3 bis 4 l je ha Bor (bei 150 g Wirkstoffgehalt).

NEU: Das aktuelle Auftreten der Rapsschädlinge und die Zuflugsituation kann auch unter der Adresse www.warndienst.at speziell für die einzelnen Regionen beobachtet werden.

Autor: DI Hubert Köppl, LK Oberösterreich


Aktualisiert am: 05.04.2012 09:11
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