Aktuelle Pflanzenschutzinformationen für Wintergerste und Winterweizen

Einsatzempfehlungen für Halmkürzungsmittel bei Wintergerste und Winterweizen und weitere aktuelle Tipps gibt DI Hubert Köppl von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.
Ist Klettenlabkraut noch vorhanden, kann eine Korrektur auch jetzt noch erfolgen. (Foto: DI Hubert Köppl - OÖ Pflanzenschutz)
Ist Klettenlabkraut noch vorhanden, kann eine Korrektur auch jetzt noch erfolgen. (Foto: DI Hubert Köppl - OÖ Pflanzenschutz)
Wintergerste
Wintergerste hat im Zentralraum Oberösterreichs das 1-Knoten-Stadium (ES 31) bereits erreicht, weit entwickelte Bestände erreichen in den nächsten Tagen das 2-Knoten-Stadium (ES 32). In frühen Beständen kann deshalb bei deutlich abgehobenem 2. Knoten der Einsatz von Moddus/Calma bzw. Medax Top bereits erfolgen. Wichtig ist (vor allem für Moddus/Calma) ein strahlungsintensives Wetter. Die Aufwandmengen bei Moddus/Calma liegen für zweizeilige Sorten zwischen 0,3 und 0,4 l/ha, bei mehrzeiligen zwischen 0,5 und max. 0,6 l/ha (bei Fungizidbeimischung 25 % weniger); bei Medax Top bei zweizeiligen zwischen 0,5 bis 0,7 l/ha, bei mehrzeiligen zwischen 0,7 bis 1,0 l/ha. Je nach Niederschlagssituation sind die Aufwandmengen beim Wachstumsreglereinsatz anzupassen.
Sollte noch Klettenlabkraut vorhanden sein, kann eine Korrektur mit z.B. Hoestar (25 bis 30 g/ha) in Kombination mit dem Wachstumsreglereinsatz erfolgen. Die Temperaturen nach einem Wachstumsreglereinsatz sollen nicht unter 5 °C fallen.

Bei Winterweizen stehen derzeit Bestockungsanregung bzw. Halmkürzung an. (Foto: DI Hubert Köppl - OÖ Pflanzenschutz)
Bei Winterweizen stehen derzeit Bestockungsanregung bzw. Halmkürzung an. (Foto: DI Hubert Köppl - OÖ Pflanzenschutz)
Winterweizen
In Winterweizen kann ab 3 bis 4 cm Kronenwurzellänge CCC einerseits zur Bestockungsanregung (bei dünnen Beständen interessant) bzw. bei fortgeschrittener Entwicklung (Ende der Bestockung ES 29) zur Kürzung eingesetzt werden. Eine Mischung mit Herbiziden ist möglich. Zur Bestandesregulierung genügen Aufwandmengen von 0,3 bis 0,6 l/ha CCC 720. Die Temperaturen sollen nicht unter 5 bis 8° C fallen, sonnige Witterung verbessert die Wirkung. Der Einsatz von Moddus bzw. Medax Top soll auch hier erst ab dem 1-Knoten-Stadium erfolgen.
Je nach Saattermin, Niederschlagssituation und Bodenfeuchte läuft das Unkraut unterschiedlich auf. Bei rein blattaktiven Präparaten müssen die Unkräuter vollständig aufgelaufen sein (z.B. Broadway, viele Sulfonylharnstoffe, Wuchsstoff-Brenner-Kombinationen). Die Temperaturabhängigkeit der Produkte muss beachtet werden. Bei Sulfonylharnstoffen dürfen die Nachttemperaturen nicht unter -3° C fallen, sonnige Witterung am Tag ist trotzdem vorteilhaft, bei Wuchsstoff-Brenner-Kombinationen dürfen die Temperaturen nicht unter + 5° C fallen, warme, wüchsige Witterung am Tag beschleunigt die Wirkung.
Aus resistenzvorbeugenden Gründen soll jährlich ein Wechsel zwischen IPU-hältigen Kombinationen (Alon fl., Arelon top, Protugan, etc.) und Sulfonylharnstoffen (Husar OD, etc.) bzw. ALS-Hemmern (z.B. Broadway) erfolgen. Bei größer entwickeltem Windhalm und fortgeschrittener Getreideentwicklung wird kein IPU-Einsatz mehr empfohlen.

Autor: DI Hubert Köppl, LK Oberösterreich


Aktualisiert am: 11.04.2012 20:05
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