Aktuelle Pflanzenschutzinformationen für Raps, Mais und Soja

Wie weit ist der Rapsglanzkäfer? Was ist beim Maisanbau bezüglich Pflanzenschutz zu beachten? Wie wird Soja behandelt? Die Antworten finden Sie hier.
Die Rapsglanzkäfer sind fast zur Gänze zugeflogen. (Foto: DI Hubert Köppl - OÖ Pflanzenschutz)
Die Rapsglanzkäfer sind fast zur Gänze zugeflogen. (Foto: DI Hubert Köppl - OÖ Pflanzenschutz)
Die Rapsglanzkäfer sind fast zur Gänze zugeflogen. Die wieder wärmeren Tage zu Mitte der Woche werden zu weiterer Aktivität der Käfer führen (laut Prognosemodell proPlant günstige, aber nicht optimale Zuflugbedingungen).
Sollte noch keine Behandlung erfolgt sein und die wirtschaftlichen Schadensschwelle überschritten sein (4-6 Käfer am Feldrand, 2-3 Käfer in Feldmitte), so sollte vor Beginn der nächsten kühleren Phase eine Behandlung erfolgen. Behandlungen von voriger Woche mit z.B. Biscaya, Plenum 50 WG oder Trebon 30 EC sind noch kurz wirksam.
Die Wirkung kann geprüft werden, indem am Tag nach der Applikation am Vormittag vor Beginn des Neuzufluges eventuelle Käfer aus der Knospe in die offene Hand geschüttelt werden. Krabbeln sie rasch weg oder fliegen davon, so ist die Wirkung nicht mehr gegeben. Es werden zu einer Behandlung nur mehr wirksame Produkte wie Biscaya (0,3 l/ha) oder Mospilan 20 SG (0,2 kg/ha) oder die Pyrethroide Mavrik Citrus Pack (0,2 l/ha) bzw. Trebon 30 EC (0,2 l/ha) empfohlen. Plenum 50 WG (150 g/ha) darf nur mehr bei nicht aufgeblühten Knospen verwendet werden.
Eine eventuell noch notwendige Kürzung soll in den meisten Gebieten rasch durchgeführt werden - in späten Lagen ist erst jetzt häufig ein günstiger Termin für den Wachstumsreglereinsatz. In Anbetracht der eher trockenen Witterung werden von den Produkten eher die unteren Aufwandmengen zum Einsatz gelangen, z.B. 0,5-0,75 l/ha Folicur/Tebu Super, 0,5-0,6 l/ha Carax, 0,35-0,4 l/ha Toprex oder 0,6-0,9 l/ha Orius.
Das aktuelle Auftreten der Rapsschädlinge und die Zuflugsituation sowie die optimalen Termine für den Wachstumsreglereinsatz können auch unter der Adresse www.warndienst.at speziell für die einzelnen Regionen beobachtet werden.

Bei der Saat von gebeiztem Mais darf es keine Staubabdrift in benachbarte blühende Kulturen geben. (Foto: DI Hubert Köppl - OÖ Pflanzenschutz)
Bei der Saat von gebeiztem Mais darf es keine Staubabdrift in benachbarte blühende Kulturen geben. (Foto: DI Hubert Köppl - OÖ Pflanzenschutz)
Mais
Bitte beachten Sie bei der Verwendung von neonicotinoid- (Poncho, Cruiser 350 FS) und mesurolgebeiztem Saatgut die Ausbringungsvorschriften (auf dem Sackanhänger ersichtlich): abdriftmindernde Sätechnik ist vorgeschrieben, keine Windabdrift in blühende Kulturen). Besonders ist auf die Windverhältnisse zu achten; über 5 m/s, d.s. ca 18 km/h darf neonicotinoid- bzw. mesurolgebeizter Mais auch NICHT mit abdriftmindernder Technik ausgebracht werden.

Sojabohne
Der Einsatz von 2 kg/ha Artist soll bei trockener Witterung unmittelbar nach der Saat auf noch feuchten Boden erfolgen. Sollte das nicht möglich sein, wird eine Behandlung in den frühen Morgenstunden bei noch vorhandenem Tau empfohlen. Das gilt auch für die Kombination von 1,5 l/ha Stomp Aqua und 2 l/ha Successor 600. Nachfolgende Niederschläge mit guter Bodendurchfeuchtung verbessern die Wirksamkeit der Bodenherbizide.

Autor: DI Hubert Köppl, LK Oberösterreich


Aktualisiert am: 11.04.2012 20:00
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