Aktuelle Pflanzenschutzinformationen für Ende März

Hier finden Sie alle derzeit im Pflanzenschutz aktuellen Informationen über die richtige Bekämpfung von Unkräutern, Krankheiten und Schädlingen im Pflanzenbau OÖ.
Die Rapsstängelrüssler sind in allen Anbaugebieten bereits in der Eiablage.
Die Rapsstängelrüssler sind in allen Anbaugebieten bereits in der Eiablage.
Die Rapsstängelrüssler sind in allen Anbaugebieten bereits in der Eiablage. Eine Behandlung muss bei Überschreiten der wirtschaftlichen Schadensschwelle sehr rasch erfolgen. Momentan fliegen auch sehr viele Rapsglanzkäfer bereits zu. Eine Behandlung wird notwendig, wenn die Knospen anschwellen bzw. frei sichtbar sind – dies kann bei warmer, wüchsiger Witterung in Gunstlagen relativ rasch der Fall sein. Die Wirkungsdauer der am Wochenende eingesetzten Pyrethroide beträgt bei der momentanen Witterung nur 5 bis 6 Tage. Über die aktuelle Befallslage in Ihrer Region gibt es auch Informationen unter der Adresse www.warndienst.at.

Bei der Wintergerste sollte rasch die Unkrautbekämpfung erfolgen, wenn es nicht schon im Herbst geschehen ist.
Bei der Wintergerste sollte rasch die Unkrautbekämpfung erfolgen, wenn es nicht schon im Herbst geschehen ist.
Wintergerste - Unkrautbekämpfung
Auch wer im Herbst bereits die Unkrautbekämpfung durchgeführt hat, sollte seine Felder auf noch eventuelle Unkräuter wie Klettenlabkraut oder Ungräser wie Windhalm kontrollieren. Wo noch keine Unkrautbekämpfung stattgefunden hat, dort muss diese relativ rasch durchgeführt werden – Ausnahmen sind durch Frost geschädigte Bestände.
Bei breiter, üppiger Verunkrautung mit bereits blühendem Ehrenpreis oder Taubnessel, wird die Mischung aus 0,8 kg/ha Artist + 120 bis 150 g/ha Hoestar Super empfohlen. Bei noch etwas kleinerem Unkraut können auch Sulfonylharnstoffe wie Husar OD (0,1 l/ha) eingesetzt werden. Relativ temperaturunabhängig sind auch Kombinationen aus 2 l/ha IPU (Alon fl., Arelon top, Protugan, etc.) und z.B. Biathlon (70 g/ha + 0,1 l/ha Silwet top) oder 30 g/ha Artus + 0,5 l/ha Starane XL. Liegen die Temperaturen in der Nacht über 5° C und am Tag deutlich über 10° C, sind auch Kombinationen aus IPU mit Wuchsstoff-Brenner-Mischungen möglich, wie z.B. 2,2 l Aniten Duo, 0,8 bis 1 kg/ha Platform S. Am temperaturabhängigsten von diesen Kombinationen ist die Mischung mit 0,2 kg/ha Arrat; wird Arrat mit mehr als 1,5 l IPU gemischt, so ist die Dash E.C.-Menge von 1,0 auf 0,5 l/ha zu reduzieren. Nach der Anwendung dieser Kombinationen sind noch zwei Sonnentage notwendig.
Bitte beachten Sie, dass Broadway, Husar Plus und Caliban Super Pack in Gerste nicht zugelassen sind.

Weizen
Je nach Anbautermin ist die Unkrautsituation in den Weizenbeständen sehr unterschiedlich. In bis Anfang Oktober gesäten Kulturen sind durchaus schon Unkräuter und Ungräser vorhanden, in später gesäten Beständen wird noch Unkraut auflaufen. Hier soll mit einer Behandlung generell noch zugewartet werden, da die meisten Produkte eher blattaktiv sind. Ist bereits Windhalm stärker vorhanden, könnte jetzt mit einer Vorlage von 1,5 bis 2 l/ha IPU eine Behandlung erfolgen. Hier wird auch Kamille und Vogelmiere miterfasst. Die restlichen breitblättrigen Unkräuter können dann gezielt mit Wuchsstoff-Brenner oder reinen Wuchs-stoffen bekämpft werden. Zu diesem Zeitpunkt ist dann vielleicht auch schon Distel stärker vorhanden und besser benetzbar.

Sulfonylharnstoffe besitzen eine leicht bestockungsanregende Wirkung – diese soll jedoch nicht überbewertet werden. Bestockungsfördernd ist auch eine CCC-Gabe Mitte der Bestockung (ES 25). Dazu muss der Weizen jedoch bereits gut verwurzelt sein (flache Saat ist eher problematisch) und die frischen weißen Kronenwurzeln müssen mindestens 4 cm lang sein.

Autor: DI Hubert Köppl (LK Oberösterreich)


Aktualisiert am: 27.03.2012 16:23
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