Aktive Waldbewirtschaftung ist Klimaschutz

Die Forst- und Holzwirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Österreich und ein großer Stützpfeiler des ländlichen Raumes. Dabei spielen die heimischen Familienbetriebe eine zentrale Rolle.
Die Ernte und Verarbeitung von Holz ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Klimaschutz. Foto: photocami/shutterstock.com
Die Ernte und Verarbeitung von Holz ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Klimaschutz. Foto: photocami/shutterstock.com
Der Wald ist einerseits vom Klimawandel betroffen, andererseits aber auch wichtiger Teil der Problemlösung. Mit der Verwendung des nachhaltigen Roh- und Baustoffes Holz können wir gegen den Klimawandel vorgehen, denn nur aktive Waldbewirtschaftung ist Klimaschutz. Außernutzungsstellungen bewirken genau das Gegenteil, da in der Zerfallsphase große Mengen an CO2 freigesetzt werden.

Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, betont: „Die heimische Forstwirtschaft begegnet der Herausforderung Klimawandel mit zukunftsorientierten Lösungskonzepten wie der Bioökonomie. Die Unabhängigkeit von fossilen Energiequellen wird zunehmend bedeutender. Unsere Wirtschaft ist leider immer noch von fossilen Rohstoffen dominiert. Wir sollten einen Schritt nach vorne gehen und unsere heimischen, qualitativ hochwertigen und erneuerbaren Rohstoffe als Grundlage verwenden. Also raus aus fossiler und rein in erneuerbare und klimaschonende Produktion. Damit schaffen wir auch neue Arbeitsplätze in Österreich und entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der Einsatz nachwachsender Rohstoffe muss durch politische Rahmenbedingungen massiv gestärkt werden.“ Für die aktive Waldbewirtschaftung spielen die heimischen Familienbetriebe eine zentrale Rolle. Diese müssen gestärkt und dürfen nicht durch ausufernde Bürokratie und Auflagen oder Nutzungsbeschränkungen geschwächt werden. Die Forst- und Holzwirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Österreich und ein großer Stützpfeiler des ländlichen Raumes. Die Betriebe wirtschaften auf Basis von stabilen Rahmenbedingungen, Familie und Eigentum. Damit der Wald all seine vielen verschiedenen Funktionen erfüllen kann, braucht es einen Interessenausgleich. Dieser kann nur durch die Waldeigentümer passieren, denn sie tragen die Gesamtverantwortung gegenüber den nachkommenden Generationen und der Gesellschaft. Nur gesichertes Eigentum garantiert eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und damit eine Wertschöpfung im ländlichen Raum. Die österreichische Forstwirtschaft hat sich seit jeher dem Konzept der Nachhaltigkeit verpflichtet und gewährleistet so, dass der Wald seinen vielfältigen Funktionen gerecht werden kann – vom Schutz vor Naturgefahren über die Bereitstellung von Holz und Biomasse bis zur biologischen Vielfalt von Fauna und Flora.

Montecuccoli fordert die politisch Verantwortlichen auf, sich zu einer aktiven Forst- und Holzwirtschaft zu bekennen, damit langfristig alle Waldfunktionen erhalten werden können: „Von den Eigentümern wird immer mehr gefordert, sie werden aber in der Ausübung ihrer Arbeit immer mehr beschränkt, wie durch die Ausweisung von Naturschutzgebieten oder der Forderung nach einer generellen Öffnung von Forststraßen für Mountainbiker. Hier braucht es eine Lenkung der vielen verschiedenen Interessen durch den Eigentümer.“

Verwaltungsvereinfachung umsetzen

Die Land&Forst Betriebe Österreich unterstützen und begrüßen das Ziel von Bundesminister Andrä Rupprechter zur Verwaltungsvereinfachung. Im Gegensatz zu der eingesetzten Verwaltungsreformkommission sehen die Land&Forst Betriebe gerade in einer reformierten Staatsprüfung und einer Aufwertung der staatsgeprüften Förster und Forstwirte ein Kernelement einer umfassenden und nachhaltigen Verwaltungsvereinfachung für die Behörde und für alle Betroffenen.

Den staatlich geprüften Forstorganen wird – ähnlich wie beeideten Sachverständigen, Ziviltechnikern oder Amtstierärzten – ein hohes öffentliches Vertrauen entgegengebracht. Es gibt hier reichhaltige Möglichkeiten, Bewilligungstatbestände zu kürzen und Zulassungen zu bündeln, wenn die Inhalte der Prüfung und die Kompetenzen des Forstdienstes in Zusammenarbeit mit den Ländern erweitert werden. Ein solcher Ansatz bringt von den Betrieben über die Bezirksbehörden bis in das Ministerium konkrete und verwaltungseffiziente Vorteile und sichert gleichzeitig in verantwortungsvoller Weise die Umsetzung des breiten forstgesetzlichen Auftrages. Das tägliche Ausbalancieren der Nachhaltigkeit im Wald erfordert umsichtige Entscheidungen, unter Berücksichtigung betrieblicher, wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Aspekte und unter Einhaltung einer Vielzahl von Regelungen, Normen und Vorschriften. Die Staatsprüfungen zeichnen durch die Verbindung mit einer entsprechenden Praxis kompetente Betriebsleiter und Behördenmitarbeiter aus.

„Unsere Forstwirtschaft genießt international ein hohes Ansehen. Damit das so bleibt, sollen die Staatsprüfungen für den Forstdienst in Zusammenarbeit mit den Ländern und der forstlichen Praxis inhaltlich und organisatorisch weiterentwickelt werden und so ein Kernelement einer echten Verwaltungsvereinfachung werden. Dadurch können, forstgesetzlich verankert, sowohl finanzielle Einsparungen als auch die Sicherstellung der gesetzlichen und gesellschaftlichen Anforderungen an eine multifunktionale und nachhaltige Waldbewirtschaftung gewährleistet werden“, hält Montecuccoli abschließend fest.


Aktualisiert am: 06.09.2016 13:54
Mehr zum Wald

Föhnsturm Yves in Kärnten

Der Föhnsturm Yves hat in Kärnten schwere Schäden im Wald verursacht. Experten der Landwirtschaftskammer machen sich derzeit ein Bild über das Ausmaß der Zerstörung.

Forstwege: Böschungen einfacher pflegen

Im Laufe der Jahre wachsen die Böschungen unserer Forstwege gerne zu. Das kann bei wenig befahrenen Wegen dazu führen, dass sie für LKW oder andere Maschinen unbefahrbar werden. Helmut und Ewald Längle haben eine Technologie entwickelt, mit der sie Wegböschungen maschinell einfach und schnell säubern können.

Hangsicherung mit Holzwolle

Ein Schweizer Unternehmen hat die Idee des Erosionsschutzes mit Vliesen aus Holzwolle belebt. Wir haben uns angesehen, wie das ökologisch abbaubare Produkt den Boden gegen Wind und Wasser schützt.

Neuer LFI-Lehrgang für Arbeit mit Pferden

Zusätzlich zum bereits vom LFI (Ländliches Fortbildungsinstitut) angebotenen Zertifikatslehrgang „Reitpädagogische Betreuung“ gibt es nun einen zweiten Lehrgang, bei dem ebenfalls das Pferd im Mittelpunkt steht.

Forststraßen: Gemeinsame Wege bauen

Oft ist es sinnvoll oder gar die einzige Möglichkeit, einen gemeinsamen Weg für forstliche Bringungszwecke zu bauen. Nicht nur bei der Aufteilung der Kosten gibt es dabei mehr als eine Abzweigung.

Waldumbau zum Laub-Nadel-Mischwald

Das Waldgut Pottschach ist ein Beispiel dafür, dass der Waldumbau vom Nadelholz-Altersklassenwald in einen strukturierten Laub-Nadel-Mischwald eine Erfolgsgeschichte sein kann. Möglich macht das unter anderem die intensive Bejagung des Rehwildes.

Jagd: Abschusszahlen leicht rückläufig

Im Jagdjahr 2016/2017 sank die Zahl der Abschüsse laut Statistik Austria auf 762.000 Stück Wild und lag damit um 2,7 % unter dem Wert der vorangegangenen Saison. Dabei nahm die Jagdstrecke beim Haarwild um 2,6 % auf 617.000 Stück ab.

Lagger Rotationsgrader RG 2.5

Zur Pflege und Sanierung von Schotterstraßen hat die Firma Lagger aus Tirol einen rotierenden Grader entwickelt. Die Handhabung ist einfach, das Verfahren vergleichsweise günstig. Wir haben uns das Gerät im Einsatz angesehen.

In Zukunft elektronisch gesteuert

Die elektronische Einspritzung ist der jüngste Meilenstein bei den STIHL Motorsägen. Derzeit noch in der Entwicklungsphase, soll die neue Motorsäge MS 500i Ende 2018 in Serienproduktion gehen.

Genialer Holzjobtag in der Forstschule

Im Rahmen des „Genialen Holzjobtages“ informierten sich über 1000 SchülerInnen über Berufe mit Holzschwerpunkt. Dabei wurde innovativste Forsttechnik erlebbar. Berufe der gesamten Holz-Wertschöpfungskette und Ausbildungsstätten präsentierten sich den Jugendlichen in Bruck.

Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft 2017

Besonders vorbildliche Forstwirte aus allen Bundesländern wurden im Rahmen des Österreichischen Waldbauerntages in Kitzbühel, Tirol, mit dem Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft ausgezeichnet.

Waldspaziergänge für Frauen in der Steiermark

Im Oktober bietet der Waldverband Steiermark im Rahmen des Projektes „Wald in Frauenhänden“ wieder Waldspaziergänge für Waldbesitzerinnen und forstlich interessierte Frauen an.

Die Fichte im Klimawandel richtig behandeln

Was die Fichte aufgrund des Klimawandels möglicherweise erwartet, zeigt ein neues Wachstumsmodell. Die Erkenntnisse daraus dienen als Grundlage für gezielte waldbauliche Präventivmaßnahmen.
Gebrauchtmaschinen