Aigner auf der Grünen Woche in Berlin

Tierschutz, GAP und Antibiotikaeinsatz. Die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz steht Journalisten auf der Grünen Woche Rede und Antwort.
Aigner macht sich für Tier- und Verbraucherschutz stark.
Aigner macht sich für Tier- und Verbraucherschutz stark.

Denken Sie, dass die GAP-Reform bis 2014 umgesetzt sein wird?
Ich gehe davon aus, dass wir im Februar den Finanzrahmen verabschieden werden und im ersten halben Jahr die Planung abschließen. Dann kommt es darauf an, wie schnell die folgenden Schritte umgesetzt werden. Eine Übergangsregelung ist aber denkbar.

Woran liegt es, dass die Umsetzung der schmerzfreien Ferkelkastration so lange dauert?
Ich möchte eine praxistaugliche Lösung, die auch umsetzbar ist. In diesem Zusammenhang haben vor allem kleiner Betriebe die Bitte geäußert, eine Lösung zur wirksamen Schmerzausschaltung vor Ort zu finden. Auch da brauchen wir noch Zeit zur Entwicklung einer Lösung.
Die Runde um Ministerin Aigner beantwortet dei Fragen der Journalisten anlässlich der Grünen Woche.
Die Runde um Ministerin Aigner beantwortet dei Fragen der Journalisten anlässlich der Grünen Woche.

Was unternehmen Sie derzeit in Sachen Tierschutz?
Wir fördern Neubauten von Ställen und damit auch den Tierschutz. Neue Ställe sind ind der Regel tierschutzgerechter ausgestattet, als alte Ställe. Da möchten wir unsere Landwirte unterstützen und haben für besonders tiergerechte Neubauten die Förderung erhöht, auf 40 % der Investitionssumme.

Regionalfenster, Tierschutzlabel, Bio-Siegel. Wie viele Kennzeichnungen kann man dem Verbraucher überhaupt zumuten?
Die Verbraucher legen immer mehr Wert auf qualitative Lebensmittel. Eine neue Studie, die wir in Auftrag gegeben haben, bestätigt diese Entwicklung. Wenn Kunden bereit sind Schwerpunkte zu setzen und dafür auch mehr Geld auszugeben, dann haben Sie auch das Recht auf eine ordentliche Kennzeichnung. Im Bio-Bereich haben wir das inzwischen schon auf europäischer Ebene. Genauso ist eine EU-weite Umsetzung des Tierschutzlabels denkbar.
Was mir auch noch am Herzen liegt, sind Bergprodukte. Mit Bergen lässt sich schön Werbung machen, aber nicht überall wo ein Berg drauf ist, stecken auch Produkte drin, die in Bergregionen erzeugt wurden.

Wie wollen Sie den Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung reduzieren?
Grundsätzlich möchte ich klarstellen, dass die Größe des Stalles kein Indikator für die Hygiene auf dem Betrieb und den Antibiotikaeinsatz ist. Tiere können krank werden, dafür gibt es aber diverse Faktoren.
Die Tierhalter sind nun dazu aufgefordert, jeden Einsatz zu dokumentieren und das Arzneimittelgesetz wird seine Wirkung zeigen. Alle Daten werden in eine Datenbank zusammengeführt und die Häufigkeit ermittelt. Wer mit dem Antibiotika-Einsatz über dem Durchschnitt liegt, muss reduzieren. Wir überprüfen das und das wird den Durchschnitt mittelfristig senken.

Welche Position nimmt Deutschland bei der Zuckermarktordnung ein?
Wir wollen eine Verlängerung bis zum Jahr 2020. Ein letzte Verlängerung, weil die Umstellungsphase auf dem Zuckermarkt noch nicht abgeschlossen ist.


Autor: Lena Adlhoch
Aktualisiert am: 17.01.2013 13:49
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