Agravis Ferkelnestheizung in Haus Düsse getestet

In der Ferkelaufzucht stehen Tiergesundheit und Energieeinsparung im Vordergrund. Mit der Agravis Ferkelnestheizung wird auf Haus Düsse ein innovatives System getestet, das mittels eines Warmwasserkonvektors Frischluft direkter in den Liegebereich der Ferkel bringt. Erfahrungen in den Wintermonaten zeigen hier positive Ansätze.
Die Agravis Heizung für Ferkelaufzuchtställe bläst die warme Luft über ein PVC-Rohr direkt in das Ferkelnest.
Die Agravis Heizung für Ferkelaufzuchtställe bläst die warme Luft über ein PVC-Rohr direkt in das Ferkelnest.
Ein Vergleich von verschiedenen Heizungssystemen in den Aufzuchtabteilen des Landwirtschaftlichen Versuchsguts Haus Düsse zeigt, dass durch die Nutzung mehrerer Klimazonen deutliche Energieersparnisse möglich sind. Um zwei Klimazonen in einem Ferkelaufzuchtabteil zu schaffen, werden Abdeckungen im Wandbereich der Buchten angebracht, unter denen meistens an den Abteilwänden sogenannte Twin- oder Deltarohre angebracht werden. Die Energieeinsparungen betrugen zugunsten der Abteile mit mehreren Klimazonen zum Teil über 40 %. Ein weiterer Vorteil der Klimazonen liegt im besseren Schutz vor auftretender Zugluft bei Temperaturschwankungen bedingt durch plötzliche Wetterumschwünge.

Warmluft direkt ins Liegenest
Seit einigen Jahren wird von der Firma Agravis ein Heizverfahren angeboten, bei dem Warmluft über ein gelochtes 100er PVC-Rohr in den Liegebereich geblasen wird. Dies funktioniert mittels eines Radialventilators, der die Luft durch einen Warmwasserkonvektor drückt. Vorteil: Der Warmwasserkonvektor erwärmt die Zuluft indirekt, sodass ausschließlich unverbrauchte Frischluft in die Wärmezone geblasen wird. Der Liegebereich ist mit durchsichtigen Plastikschürzen vom Raum getrennt. Dieses System erlaubt es, den Liegebereich auf 33 °C aufzuheizen, den Raum aber bei 23 °C zu belassen. Dies lässt besonders während des Winters und bei weniger gut isolierten Ställen einen geringeren Wärmeaufwand erwarten.
Die Größe der beheizten Liegezone entspricht etwa einem Drittel der Buchtenfläche, sodass jedem Ferkel etwa 0,10 m² unter der Abdeckung zur Verfügung stehen. Bei einer Buchtentiefe von zum Beispiel 3,70 m wird eine Abdeckungsbreite von 1,20 m gewählt.
Damit der Luftstrom dem vorgeschriebenen Weg unterhalb des Vorhangs folgt, müssen andere Undichtigkeiten vermieden werden. Die Abdeckung ist höhenverstellbar und die Vorhänge sind abnehmbar. Dies ist zum einen für die Thermoregulation der wachsenden Tiere und zum anderen für die einfachere Tierkontrolle wichtig.

Autoren: Reinhard SCHULTE-SUTRUM und Hans Werner WORTMANN, Landwirtschaftszentrum Haus Düsse (D)


Den gesamten Artikel mit den praktischen Erfahrungen aus Haus Düsse lesen Sie in der Ausgabe 21/2012 des "Fortschrittlichen Landwirts". Gratis Probeheft bestellen.

Aktualisiert am: 22.10.2012 09:31
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