Ährenfusariosen und Mykotoxine – Eine latente Gefahr im Getreide?

Die Mykotoxine der Fusarienpilze können Probleme in der Futter-, Bioethanol- und Brotgetreideproduktion bereiten. Ein Drehen an verschiedenen Schräubchen in der Bestandesführung reduziert den Mykotoxingehalt im Erntegut wesentlich.
Gerste und Roggen sind weniger anfällig als Winterweizen. Während es beim Winterweizen deutliche Unterschiede in der Sortenänfälligkeit gibt, sind diese Unterschiede beim Triticale kaum vorhanden.
Gerste und Roggen sind weniger anfällig als Winterweizen. Während es beim Winterweizen deutliche Unterschiede in der Sortenänfälligkeit gibt, sind diese Unterschiede beim Triticale kaum vorhanden.
Vorfrucht Mais und Ernterückstände zum Zeitpunkt der Getreideblüte an der Bodenoberfläche, anfällige Sorten, Niederschläge während der Getreideblüte, eine falsche N-Düngestrategie oder eine falsche Fungizidstrategie, Lagergetreide, eine zu späte Ernte und die falsche Lagerung: Die Faktoren, die den Mykotoxingehalt im Getreide erhöhen können, sind vielfältig.

Risikofaktoren kennen
Unabhängig vom Grenzwert und der Produktionsrichtung, sollten alle Risikofaktoren und pflanzenbaulichen Maßnahmen bedacht werden, um einen möglichst geringen Mykotoxingehalt im Erntegut zu erreichen.

Witterung zur Blüte
Die Witterung zum Zeitpunkt der Getreideblüte ist entscheidend. Sobald die ersten Staubbeutel sichtbar sind, befindet sich das Getreide in der Vollblüte. Ab 24 Stunden Ährenfeuchte (bei einer Temperatur um 25°C) sind dann Infektionen möglich. Bei 20 °C sind bereits 50 Stunden Ährenfeuchte notwendig, um optimale Infektionsbedingungen zu haben. Ähreninfektionen sind bis 15 °C möglich.
Gefährlich sind nachmittägliche Gewitterregen.

Fungizide
Fusarium-wirksame Fungizide können den Mykotoxinbefall im Erntegut um 50-80 % reduzieren, wenn sie wenige Tage vor oder nach der Infektion eingesetzt werden.
Folicur, Caramba und Pronto Plus sind infektionsnaher einzusetzen (2 Tage vor bis 2 Tage nach der Infektion), während bei Input und Prosaro das Zeitfenster für die Bekämpfung etwas weiter und der Wirkungsgrad höher ist. Bereits 5 Tage vor einer Infektion bis 3 Tage nach der Infektion werden mit Input und Prosaro gute Wirkungsgrade erreicht. Die Fungizide Swing Gold, Don-Q und Osiris müssen ihre Leistungsfähigkeit bei stärkerem Befall erst unter Beweis stellen. Die Fusariumbekämpfung sollte ab Ende Ährenschieben 1-3 Tage nach dem ersten Infektionsereignis durchgeführt werden.
Strobilurin-hältige Fungizide, im Fahnenblattstadium eingesetzt, können den Myktoxingehalt gegenüber unbehandelt um 30-50 % erhöhen, sofern keine gezielte Blütenbehandlung mit einem wirksamen Fungizid erfolgt. Die Ausschaltung aller anderen Krankheiten und die Verlängerung der Abreife ermöglichen bei Infektionswetter einen stärkeren Fusariumbefall und können zu höheren Toxinwerten führen.

Schadbild Ährenfusariosen
Nach der Getreideblüte bleichen einzelne Ährchen vorzeitig aus und zeigen bei hoher Luftfeuchte einen rosa bis lachsfarbenen Pilzbelag. Oberhalb der Befallsstelle kann der gesamte Ährenteil vorzeitig absterben, wenn der Pilz den Wasser- und Nährstofffluss der Spindel abschnürt. Diese vergilbten Ährenteile werden später von Schwärzepilzchen befallen. Die befallenen Körner sind in Abhängigkeit von der Befallsstärke meist deutlich heller (weißlich), leicht eingedellt bis schrumpelig und können an der Kornspitze lachsfarben gefärbt sein bzw. ein weißliches Pilzgeflecht zeigen.

Autor: Ing. Johannes ORTMAYR, Bayer CropScience


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Aktualisiert am: 06.05.2010 14:23
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