Ährenfusariosen - ackerbauliche Maßnahmen reduzieren das Risiko

In Oberösterreich liegen Praxiserfahrungen bei der Bekämpfung von Ährenfusarien in Getreide vor.
Lachsrosafarbene, ausgebleichte Ährchen sind das typische Erkennungsmerkmal von Ährenfusarium.
Lachsrosafarbene, ausgebleichte Ährchen sind das typische Erkennungsmerkmal von Ährenfusarium.
Das Thema Ährenfusarium und damit die Mykotoxinproblematik (v.a. DON-Deoxynivalenol, ZON-Zearalenon) in Getreide (v.a. Weizen und Triticale) und Mais wird immer aktueller. In der Fütterung machen diese Pilzgifte schon länger Probleme. Vomitoxin (DON) vermindert u.a. die Fresslust und die Gewichtszunahmen, Zearalenon (ZON) beeinflusst die Fruchtbarkeit negativ. Bei Speisegetreide wird zusätzlich die Verarbeitungsqualität vermindert (schlechte Backqualität, Schäumen beim Bier, etc.).

Die Pilze befallen auch Mais und andere Gräser und überdauern auf Ernteresten und auch am Saatgut den Winter. Bei einer Saatgutinfektion kann der Pilz „mitwachsen“. Der Hauptinfektionsweg geht über befallene Erntereste, die auf der Erdoberfläche liegen, welche bei passender Witterung im Frühjahr/Frühsommer die Blattetagen bzw die offene Blüte infizieren.

Die Grundaussage zur Bekämpfung der Krankheit lautet, dass vorbeugende Maßnahmen größere Wirkung zeigen als direkte chemische Behandlungen. Das heißt, eine sorgfältige Einarbeitung der Ernterückstände, v.a. bei der Vorfrucht Mais, und die Sortenwahl verhindern den Befall maßgeblich. Diese Hinweise kommen für das heurige Jahr natürlich schon zu spät, aber sind wichtig für die kommende Anbauplanung.

Unter diesen Voraussetzungen sollte man eine direkte Behandlung von Ährenfusariosen in Betracht ziehen:

bei Vorfrucht Körnermais (eventuell Silomais) und nicht wendender Bodenbearbeitung

bei großen Mengen an Ernterückständen der oben genannten Vorfrüchte an der Oberfläche

bei wechselfeuchter, warmer Witterung (Tagesdurchschnittstemperatur über 16-18° C, mindestens 5 mm Niederschlag und 24 Stunden Ährenfeuchte) im Zeitraum um oder in der Blüte („heraushängende Staubbeutel“) des Getreides

beim Anbau anfälliger Sorten (zB Komfort, Grandios) besteht auch bei Pflugfurche eine gewisse Gefahr bei Maisvorfrucht.

Autor: Dipl.-Ing. Hubert Köppl, LWK für OÖ, Linz


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Aktualisiert am: 12.05.2005 15:57
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