Ähnliche Probleme für Schweinehalter in Nordwesteuropa

Ferkelkastration, Schwänzekürzen, Antibiotikaeinsatz, Tiertransporte sowie Emissionen aus der Tierhaltung sind Schlagworte, die den Schweinehaltern in Nordwesteuropa zu schaffen machen.
Die Kastration ist nicht nur in vielen Ländern Nordwesteuropas ein heiß diskutiertes Thema.
Die Kastration ist nicht nur in vielen Ländern Nordwesteuropas ein heiß diskutiertes Thema.
Die Probleme in der Schweinehaltung sind zumindest in Nordwesteuropa offenbar überall die gleichen: Als kritische Brennpunkte gelten aktuell die Themen Ferkelkastration, das Schwänzekürzen, der Antibiotikaeinsatz, Tiertransporte, Emissionen aus der Tierhaltung, Tiergesundheitskontrollen an den EU-Grenzen, die EU-Seuchenpolitik, Weiterentwicklung von Qualitätssicherungssystemen sowie die Handelsbeziehungen zu den Mercosur-Ländern (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay, Venezuela).
Dieses Fazit hat der Bauernverband Schleswig-Holstein vergangene Woche nach einem Treffen von Vertretern landwirtschaftlicher Organisationen aus Dänemark, Deutschland, den Niederlanden und Belgien gezogen. Verbandspräsident Werner Schwarz stellte ein gemeinsames Interesse an einer einheitlichen Gesetzgebung fest, die nur auf EU-Ebene erfolgen könne. Man sollte für gemeinsame Regeln kämpfen, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermindern, betonte Schwarz. Gesetzliche Standards hätten lediglich zur Folge, dass die Auflagen stiegen, der Markterlös aber nicht.
Mark Tyssen vom niederländischen Bauernverband (LTO) stellte fest, dass nationale Auflagen im Tierschutz sowie zur Gülleentsorgung und den Stallemissionen mit 0,27 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) zu Buche schlügen. Die Luftreinigung werde 2013 für alle Ställe verbindlich. Aktuell werden laut Tyssen etwa 1 Million Schweine in den Niederlanden nach besonderen Tierwohlstandards vermarktet. Es werde die Gefahr gesehen, dass freiwillige Tierwohlauflagen Eingang in die Gesetzgebung finden.
Von belgischer Seite wurde dem Landesbauernverband zufolge berichtet, die nationalen Auflagen seien dort inzwischen so hoch, dass weitere Standards von den Schweinehaltern nicht mehr erfüllt werden könnten. Auch in Belgien werde eine Verringerung der Stickstoffemissionen in Zukunft verpflichtend eingeführt. Stallneubauten würden in Zukunft fast unmöglich gemacht, so die belgischen Delegierten.
Übereinstimmend festgestellt wurde laut Landesbauernverband von allen Delegierten, dass die Schweinehaltung in der Europäischen Union heute von einer geringen Marge lebe, die es zu verteidigen gelte. Schwarz regte zum Abschluss des Treffens einen regelmäßigen Austausch an, die Bildung eines Netzwerkes der Schweinehalter.


Aktualisiert am: 01.06.2012 12:09
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