Ackerbautag der Wintertagung 2007

Mit dem Ackerbautag in Hollabrunn wurde die diesjährige Wintertagung fortgesetzt. Schwerpunktthema mit mehreren Referaten war die Bioenergie und deren Potenziale auf nationaler und europäischer Ebene.
Das Beispiel Biokraftstoffe zeigt repräsentativ für den Bioenergiebereich die sich ergebenden Chancen für die Land- und Forstwirtschaft:

Seit Oktober 2005 wird in Österreich flächendeckend zu rund 95 % des Diesels Biodiesel beigemischt, was insgesamt eine Menge von rund 300.000 Tonnen Biodiesel für das Jahr 2006 bedeutet. Durch den Start der Beimischung von Bioethanol zu Benzin mit Oktober des heurigen Jahres kann mit einem Verbrauch von rund 23.000 Tonnen Bioethanol 2007 gerechnet werden. Von Seiten der Europäischen Kommission wird derzeit über ein Ziel von 10 % an Biokraftstoffen bis zum Jahr 2020 diskutiert. Im Regierungsprogramm wurde für die nächsten Jahre eine ambitioniertere Zielsetzung von 10 % bis 2010 und 20 % bis 2020 festgeschrieben. Diese Ziele können vor allem durch eine Erhöhung des Anteils der Biokraftstoffe für die Beimischung von derzeit maximal 5 % auf 10 % erreicht werden sowie durch die Forcierung von weiteren Biokraftstoffen.

Energie vom Acker
Im Jahr 2006 wurden in Österreich von 1,38 Mio. ha Ackerland knapp 50.000 ha für die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen verwendet, in der EU 25 waren es im Jahr 2004 7 Mio. ha von 164 Mio. ha landwirtschaftlich genutzter Fläche.
Die Einsatzmöglichkeiten von landwirtschaftlichen Rohstoffen zur Bioenergieproduktion sind im Vergleich zur derzeitigen Nutzung jedoch wesentlich vielfältiger, neue technologische Entwicklungen eröffnen zudem neue Möglichkeiten.
Dieses zusätzliche Nachfragepotenzial wird dazu führen, dass sich die Märkte für Agrarprodukte und damit auch die Preise stabiler entwickeln und zusätzliche vorhandene Produktionspotenziale genutzt werden. Insgesamt kann der zunehmende Bedarf auch aus österreichischer bzw. europäischer Produktion gedeckt werden, und zwar durch

  • Verwendung von strukturellen Überschussmengen, die derzeit exportiert werden
  • Ausweitung der Produktion insbesondere auf derzeit stillgelegte Flächen
  • Verstärkte Nutzung von derzeit ungenutzten Potenzialen (zB Zwischenfrüchte, Stroh, etc.)
  • Verstärkte Produktionsorientierung und mittel- und langfristig konsequente Nutzung des Ertragsfortschrittes


Europaweit kann langfristig rund ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Flächen für die Bioenergieproduktion verwendet werden. Das würde zu einer deutlichen Steigerung der Energieversorgungssicherung und einer Stärkung des europäischen Wirtschaftsraumes insgesamt beitragen. Grundvoraussetzung dafür sind jedoch entsprechend wirtschaftlich interessante und gesetzlich abgesicherte stabile Rahmenbedingungen für die Rohstoffproduzenten sowie für den gesamten Sektor der erneuerbaren Energie.

Die Kurzfassungen der Vorträge finden Sie unter http://www.oesfo.at


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Aktualisiert am: 06.03.2007 13:35
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