Abnahme der Zuchtsauenbestände in EU-Ländern

Ähnliche Entwicklungen wie in Dänemark und Polen zeigen auch nach neuester Erhebung die Zuchtschweinebestände in Spanien und den Niederlanden, berichtet agrarheute.com.
Die starken Rückgänge der EU-Schweinebestände, die insbesondere seit der zweiten Hälfte des Jahres 2007 ansetzten, deuten mittlerweile auf strukturelle Veränderungen hin. Der Bestandsabbau hänge in erster Linie mit Rentabilitätsfragen zusammen, zitiert die ISN einen Bericht der v-d-f.de. Spanien hat nach Deutschland den zweitgrößten Schweinebestand innerhalt der EU. In der Aprilzählung 2008 wurde im Vergleich zur Vorjahreszählung sowohl beim Zuchtsauenbestand als auch beim Schweinebestand insgesamt ein Rückgang um jeweils acht Prozent festgestellt. Verglichen mit der Dezemberzählung von 2007 betrug der Rückgang gut fünf Prozent. Dies bestätigt die Vorhersage des spanischen Schweinehalterverbandes über den Abzug von zirka 200.000 Sauen aus der Produktion infolge steigender Futterkosten und geringerer Rentabilität der Schweinehaltung.

Eine weitere Abnahme des spanischen Schweinebestandes scheint aufgrund des starken Rückgangs der Anzahl der trächtigen Jungsauen um 14 Prozent unausweichlich zu sein. Da sich die Schweinepreise in letzter Zeit jedoch kräftig erholt und sich die Futterpreise inzwischen vergünstigt hätten, könne mit einer gewissen Entspannung der Situation für die Schweinehalter gerechnet werden. Auch die Anzahl der Schlachtschweine sank gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent. Die Schweinefleischproduktion werde angesichts dieser Zahlen sicherlich in einem bemerkbaren Umfang zurückgehen, wenngleich die Schweineschlachtungen im ersten Quartal gegenüber dem selben Zeitraum des Vorjahres um zwei Prozent höher lagen.

Der Rückgang der Zuchtsauenbestände fiel in den Niederlanden etwas moderater aus als in Spanien (minus 6,6 Prozent). Die Anzahl der Schweine insgesamt lag sogar im Vergleich zur Vorjahreszählung um 1,5 Prozent höher. Ein weiterer Rückgang des Zuchtschweinebestandes werde allerdings angesichts der niedrigen Anzahl trächtiger Jungsauen immer wahrscheinlicher. Auch hier monieren die Landwirte geringe Marktleistung bei um ein Drittel höheren Futterkosten im Vergleich zum Vorjahr. Die Schweineschlachtungen in den Niederlanden nahmen bei einer erhöhten Anzahl an Schlachtschweinen der Kategorien unter und über 50 kg zu. Diese Steigerung werde allerdings auf die geringe Exportnachfrage nach Absetzferkeln im Zuge geringerer Endmastrentabilität in den Zielländern zurückgeführt. Nach PVE-Angaben gingen die Exporte von Absetzferkeln im Vorjahreszeitraum bis Ende Mai um acht Prozent zurück. Vorläufige Zahlen über Schweineschlachtungen im ersten Halbjahr 2008 zeigen eine Zunahme um sechs Prozent. Für die Nettoeigenerzeugung im zweiten Halbjahr werde allerdings eine deutlich geringere Ausdehnung prognostiziert.

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Aktualisiert am: 05.08.2008 18:30
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