ART Traktortest: Wie viel Getriebe braucht ihr Traktor?

Mit einem gut abgestuften Getriebe lassen sich bei gesteigerter Leistung Treibstoffkosten sparen. Wie Getriebe getestet werden und nach welchen Kriterien man das passende Traktorgetriebe auswählt, erklärt Marco Landis, Prüfingenieur der ART.
Gut aufeinander abgestimmte Gänge im Hauptarbeitsbereich eines Getriebes mit einer logischen Schaltbarkeit steigern die Leistung und sparen gleichzeitig Kraftstoff.
Gut aufeinander abgestimmte Gänge im Hauptarbeitsbereich eines Getriebes mit einer logischen Schaltbarkeit steigern die Leistung und sparen gleichzeitig Kraftstoff.
Das Getriebe ist eines der wichtigsten Bauteile für einen effizienten Traktoreinsatz. Gut aufeinander abgestimmte Gänge im Hauptarbeitsbereich mit einer logischen Schaltbarkeit steigern die Leistung und sparen gleichzeitig Kraftstoff. Bei Gruppengetrieben ist es wichtig, dass der kleinste Gang in der schnellsten Gruppe unter 10 km/h liegt. Das ermöglicht auch mit schweren Lasten das Anfahren und Beschleunigen ohne die Gruppe wechseln zu müssen. Wird die Endgeschwindigkeit bei reduzierter Motordrehzahl erreicht, lässt sich auch beim Transport Sprit sparen.

Bei den Leistungs- und Verbrauchsmessungen in Traktortests werden die Motor- und Zapfwellendrehzahl aufgezeichnet. Dies dient der Überprüfung des vom Hersteller angegebenen Übersetzungsverhältnisses. Bei einem Traktor mit einer Strömungskupplung (Turbo-Kupplung) kann es bei hohen Belastungen zu geringen Abweichungen von der „Sollübersetzung“ kommen. Bei diesen Kupplungen besteht keine fixe mechanische Verbindung zwischen Motor und Getriebe, was bei hoher Belastung zu Schlupf in der Kupplung führt. Dadurch ändert sich das Übersetzungsverhältnis.

Leistungsmessung an der Zapfwelle
Bei Traktoren mit mehr als 75 kW/102 PS Motorleistung wird die Volllastkurve von der Forschungsanstalt ART mit der 1.000er-Zapfwellenübersetzung gemessen, bei kleineren Traktoren über die 540er-Übersetzung. Durch die höhere Drehzahl fällt bei gleicher Leistung das Drehmoment an der 1.000er-Zapfwelle knapp um den Faktor 2 geringer aus. Das geringere Drehmoment bei hoher Zapfwellenübersetzung ist auch der Grund, weshalb bei vielen leistungsstarken Traktoren die maxi male Leistung nur bei der 1.000er-Zapfwellenübersetzung abgenommen werden kann. Bei der 540er-Übersetzung würde das Drehmoment zu groß werden. Die Folgen wären Schäden am Zapfwellengetriebe, dem Zapfwellenstummel oder der Gelenkwelle.

Die Normzapfwellen
Bei der Heckzapfwelle sind die Normdrehzahlen von 540 und 1.000 U/min üblich. Die Drehzahl der Normzapfwelle sollte sich dabei möglichst im Bereich der maximalen Motorleistung bewegen. Deshalb ist als Hilfestellung im Leistungs- und Verbrauchsdiagramm eines ART-Testberichts die Lage der Zapfwellennormdrehzahlen aufgeführt. Daneben gibt es die sogenannte Spar- oder Eco-Zapfwelle 540E und 1000E. Diese Spar-Zapfwellen sind für Zapfwellengeräte zweckmäßig, die nur einen geringen Leistungsbedarf haben, wie zum Beispiel Düngerstreuer oder Schwader. Durch das Erreichen der Zapfwellennormdrehzahl bei gedrosselter Motordrehzahl läuft der Motor mit einem höheren Wirkungsgrad, was zu geringerem Treibstoffverbrauch führt.

Weitere Einzelheiten zu den heute auf dem Markt angebotenen Traktorgetrieben beschreibt Marco Landis in einem Artikel in der Ausgabe 07/2012 unserer Fachzeitschrift „Der fortschrittliche Landwirt“.

Aktualisiert am: 28.03.2012 05:50
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