ART Traktortest - Hydraulik

Die Bauart des Dreipunktgestänges, die Hubkraft, die Fördermenge der Hydraulikanlage und die entnehmbare Ölmenge sind wichtige Kriterien beim Kauf eines Traktors. Wie diese Werte bei unseren Traktortests ermittelt werden und wie Sie diese richtig interpretieren, erklärt ART-Prüfingenieur Marco Landis.
Beim Hubwerk ist zwischen der durchgehenden und maximalen Hubkraft zu unterscheiden.
Beim Hubwerk ist zwischen der durchgehenden und maximalen Hubkraft zu unterscheiden.
Fast alle Anbaugeräte werden heutzutage im Dreipunkthubwerk angebaut. Beim Kauf eines Traktors oder eines Gerätes ist es wichtig, dass die zur Verfügung stehenden Hubkräfte ausreichen, um ein Gerät anzuheben. Neben Angaben zur Dreipunkthydraulik geben Traktortests auch Aufschluss über die Leistungsparameter der Fernhydraulik.

Das Hubwerk
Die Hubkraft am Dreipunktgestänge wird mit einem speziellen Hubkraftprüfstand gemessen. Dieser erlaubt die Messung der Kräfte auf verschiedenen Hubhöhen. Um zu verhindern, dass sich der Traktor bei der Messung der Heckhydraulik vorne abhebt oder sich die Reifen verformen, wird der Traktor unterbaut und vorne abgespannt. Bei der Messung wird das Hubwerk auf Heben gestellt und die ermittelte Kraft zusammen mit der Hubhöhe erfasst. Dazu wird das Hubwerk belastet, bis es stillsteht. Anschließend wird die Hubhöhe Punkt für Punkt verändert und die entsprechenden Kräfte aufgezeichnet. Aus den vielen Messpunkten wird dann ein Hubkraftdiagramm erstellt, das den Verlauf der Hubkraft in Abhängigkeit der Hubhöhe zeigt. Da sich in der Praxis das Hubwerk ohne Stillstände dynamisch bewegt, werden von den unter statischen Bedingungen gemessenen Hubwerten 10 % abgezogen. Bei den Testberichten wird die durchgehende Hubkraft angegeben. Sie entspricht dem kleinsten Messwert auf der Hubkraftkurve und ist daher nicht mit der maximalen Hubkraft zu verwechseln, die häufig in Prospekten zu finden ist. Die meisten Hubwerke verfügen in den Unterlenkern über mehrere Bohrungen. Gemessen wird beim Prüfstandtest mit allen Einstellungen. Je nach Position des Bolzens der Hubstrebe im Unterlenker erreicht das Hubwerk unterschiedliche Hubkräfte und Hubwege. Befindet sich der Bolzen in der hintersten Bohrung, erreicht das Hubwerk eine hohe Hubkraft, gleichzeitig nimmt aber der Hubweg ab. Im Testbericht ist die durchgehende Hubkraft angegeben, bei der das Hubwerk entsprechend der Kategorie einen ausreichenden Hubweg zurücklegt. Dieser ist in der ISO-Norm 730/1 definiert.

Weitere Einzelheiten über den Hubkraftbedarf, die Nutzlast eines Traktors, die Fernhydraulik sowie über die richtige Dimensionierung der Hydraulikpumpe erfahren Sie in der Ausgabe 05/2012 unserer Fachzeitschrift „Der fortschrittliche Landwirt“.

Aktualisiert am: 20.02.2012 21:34
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