ARGE BRAUNVIEH Vollversammlung in NÖ

In Euratsfeld im niederösterreichischen Mostvietel, fand die diesjährige Vollversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Brauviehzuchtverbände statt. In der zuvor durchgeführten Vorstandssitzung, wurden wichtige Weichen für die Zukunft der Österreichischen Braunviehzucht gestellt.
Albert Petschar nahm stellvertretend für den Betrieb Dagmar Kleinsasser den Rudolf Draxl Preis für die beste Dauerleistungskuh Gabriela entgegen. (v.l.: Dr. Andreas Moser, ÖR Anton Wagner, Albert Petschar, ÖR Hans Mair, Theresia Maier und DI Reinhard Winkler)
Albert Petschar nahm stellvertretend für den Betrieb Dagmar Kleinsasser den Rudolf Draxl Preis für die beste Dauerleistungskuh Gabriela entgegen. (v.l.: Dr. Andreas Moser, ÖR Anton Wagner, Albert Petschar, ÖR Hans Mair, Theresia Maier und DI Reinhard Winkler)
Hauptthema der Vorstandssitzung war, neben der neuen Herdebuchordnung beim Braunvieh, die genomische Selektion. Geschäftsführer der ARGE Braunvieh DI Reinhard Winkler erklärte in seinen Ausführungen wesentlichen Erkenntnisse auf diesem neuen und richtungsweisenden Weg der heimischen Rinderzucht und die neuen Herausforderungen für die heimischen Zuchtorganisationen.

Höchste Lebensdauer
Bei der im Anschluss an die Vorstandssitzung stattfindenden Vollversammlung der ARGE Braunvieh erläuterte DI Reinhard Winkler die Struktur der Österreichischen Braunviehzucht. Es werden von den sechs Landesverbänden zurzeit 5.802 Braunviehzüchterinnen und Braunviehzüchter mit 57.966 Herdebuchkühen betreut. Erfreulich ist auch das die Verbände Steiermark, Kärnten und Niederösterreich die Marke von 7.000 kg Milch im Durchschnitt überschritten haben und das Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg dies in den nächsten Jahren tun werden. Dass Braunvieh die Rinderrasse für Nutzungsdauer, Leistungsbereitschaft und Langlebigkeit ist, geht aus den aktuellen Zahlen hervor. Im Durchschnitt beträgt die Nutzungsdauer 3,86 Jahre und ist somit höher als bei allen andern milchbetonten Rassen in ganz Österreich. Braunviehkühe sind darüber hinaus Weltmeister in der Lebensleistung: in Summe sind nicht weniger als 36 Braunviehkühe unter den 100 Besten Lebensleistungskühen und die ersten 3 der Top 10 sind Braunviehkühe.

Preise gestiegen
Auch die Absatzzahlen können sich sehen lassen, so konnte im vergangenen Jahr wieder eine Preissteigerung aller Verkaufskategorien verzeichnet werden. Im Schnitt konnte bei den Kühen und Kalbinnen ein Preis von 1.849€ erreicht werden. Dies ist eine Preissteigerung von 600€ im Vergleich zum Jahr 2001.

Braunvieh - der Exportschlager
GF Reinhard Winkler berichtete, dass der durchschnittliche Exportanteil 44% beträgt. „Dies zeigt uns, dass Braunvieh aus Österreich ein international gefragtes Gut ist“, so Winkler. Der Drittlandexport hat in den vergangenen Jahren stetig an Bedeutung gewonnen; so wurden im Jahr 2008 1.284 Braunviehtiere in so genannte Drittländer exportiert. Besonders die leistungsbereiten, anpassungsfähigen und robusten Braunviehtiere sind international sehr gefragt.

Höhepunkte 2008
Highlight im Jahr 2008 war die 8. Weltkonferenz der Braunviehzüchter und die Braunvieh Europaschau in Mayrhofen bzw. in Rotholz. 400 Teilnehmer aus allen Teilen der Welt besuchten die Konferenz im Europahaus in Mayrhofen, wo die Spitzen der nationalen und internationalen Tierzucht, aber auch Praktiker zu den verschiedensten Themen der Braunviehzucht referierten.

Auszeichnungen und Züchterabend
Im Zuge der Vollversammlung wurde der Rudolf-Draxl Preis für die beste Dauerleistungskuh im Jahr 2008 verliehen. In diesem Jahr erhielt diesen begehrten Preis, der für hervorragendes Management steht der Betrieb Kleinsasser Dagmar aus Kärnten für ihre Dauerleistungskuh Gabriela die in ihrem Leben, bis jetzt 144.329 kg Mich ermolken hat.
Beim, im Anschluss an die Vollversammlung durchgeführten Züchterabend, wo zahlreiche Züchterinnen und Züchter aus ganz Niederösterreich anwesend waren, wurden Vorteile aber auch Probleme der Braunviehzucht in Österreich und speziell in Niederösterreich angesprochen. Dabei wurde versucht, mit den Züchterinnen und Züchtern einen Lösungsvorschlag, für die genannten Probleme zu finden. Besonders wichtig bei diesen Züchterabenden, ist der gemeinsame Erfahrungs-, Gedanken und Informationsaustausch.


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Aktualisiert am: 13.07.2009 22:33
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