AGES: Hohe Auswuchsschäden bei Getreide

Zahlreiche Niederschlagstage im Juli und Anfang August führten heuer zu hohen Auswuchsschäden bei Getreide. Betroffen waren vor allem Ostösterreich und das Alpenvorland, so Experten der AGES.
Auswuchs in Österreich

In den vergangenen Jahren gab es größere Schäden durch Auswuchs: Im Jahr 2005 waren Anfang Juli besonders die gelbreifen Bestände von Roggen, Triticale und (Weich-)Weizen betroffen. 2006 litten vor allem Bestände im Voralpengebiet, im westlichen Alpenvorland sowie im Mühl- und Waldviertel darunter. In den Spätdruschgebieten wurden mit Ausnahme von Wintergerste sämtliche Getreidearten geschädigt. 2007 gab es hingegen so gut wie keine Probleme. Heuer gab es im Ackerbaugebiet Ober- und Niederösterreichs zwischen 6. und 31. Juli an 13 bis 19 Tagen Regen. Landwirte, die ihren Weizen bis 22. Juli ernten konnten, brachten meist noch eine gute Qualität ein. Der ab 27. Juli geerntete Weizen zeigte geringfügigen bis massiven Auswuchs.

Qualitätseinbußen und Mindererlöse

Auswuchs kann zu vermehrtem Kornausfall und Druschverlusten führen. Gravierender sind jedoch die Einbußen, wenn bei Mahlgetreide oder Saatgutvermehrungen die nötige Qualität unterschritten und nur mehr der Futtergetreidepreis erzielt wird. In Anbauverträgen von Backweizen und -roggen ist zumeist ein Auswuchs von höchstens einem Prozent fixiert, bei Ethanolweizen liegt die Grenze bei 2,5 Prozent, Braugerste muss gänzlich frei davon sein. Die bei Auswuchsgetreide mitunter erhöhte Keimbelastung sowie Toxine sind in der Fütterung nachteilig. Bei der Berechnung der Futterrationen ist auch der gesteigerte Zuckergehalt zu berücksichtigen. Partien mit über 30 Prozent Auswuchs werden vom Agrarhandel oft nicht übernommen und enden in Biogas- oder Getreideheizanlagen.


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Aktualisiert am: 13.08.2008 10:46
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