8000 Bauern demonstrierten am 12.März in Prag

Im Namen einer Kooperation tschechischer Zuchtverbände hat der GF des tschechischen Fleckvieh-ZV, Josef Kucera, die IG-Milch zu einer gemeinsamen Kundgebung Mittel- und Osteuropäischer Bauern am vergangenen Donnerstag in Prag eingeladen. Tschechien hat derzeit den EU-Vorsitz, weswegen Prag im Moment die Drehscheibe auch für agrarpolitische Entscheidungen ist.
Rund 8000 Bauern aus acht Ländern demonstrierten vergangenen Donnerstag in Prag.
Rund 8000 Bauern aus acht Ländern demonstrierten vergangenen Donnerstag in Prag.
Sie waren angereist aus Deutschland, der Slowakei, Österreich, Polen, Ungarn, Slowenien, Litauen und der ganzen tschechischen Republik, um gegen die zu niedrigen Milchpreise zu demonstrieren. Im vergangenen Jahr sanken die Milcherzeugerpreise in Tschechien stetig. Derzeitig liegen sie teilweise nur noch bei 20 Cent, was besonders kleine und mittlere Milchproduzenten in arge Bedrängnis bringt. Kühe schlachten statt sie zu melken könnte für viele bald die bittere Konsequenz der problematischen Lage am Milchmarkt sein. Romuald Schaber sprach als Präsident des European Milk Board vor den Demonstranten und begleitete die tschechische Delagation auch zu dem nachfolgenden Gespräch mit der EU-Kommissarin.

Österreichische Delegation mit dabei
Bernhard Zechner, der Obmann des Milchhofes Leoben, hat mit einer österreichischen Delegation im Namen der IG-Milch den Kollegen aus den osteuropäischen Ländern jeweils eine Faironika in den Landesfarben als Symbol für einen fairen Milchpreis und die europäische Solidarität übergeben. Anschließend nahm Zechner an der Aussprache mit Agrarkommissarin Mariann Fischer-Boel teil.
Der Kommissarin wurde dabei ein Forderungskatalog bezüglich milchpolitischer Erfordernisse übergeben. Die Demonstranten aus den neuen EU-Ländern bestanden auf eine sofortige Gleichstellung innerhalb des europäischen Staatengefüges. Das ist die Forderung nach der Anpassung der Höhe der Direktsubventionen an das Niveau der alten Länder. Nach den derzeitigen Plänen der EU können die Bauern erst 2013 hiermit rechnen. Außerdem forderten sie das Handeln der EU angesichts der Krise am Milchmarkt. Fischer-Boel versprach, sich bald erneut mit Vertretern der Milchbauern zu treffen, um die Situation zu besprechen.

In den letzten Monaten waren Proteste dieser Art keine Seltenheit. Bereits in Bulgarien, Griechenland und Lettland gingen Milchproduzenten auf die Straße und vor gut einem halben Jahr setzten europäische Bauern aus sechs Ländern die Lieferung der Milch zeitweise ganz aus, um auf die kritische Situation am Milchmarkt aufmerksam zu machen.

Mehr Informationen finden Sie auch unter:www.ig-milch.at und www.europeanmilkboard.eu

Autor:
Aktualisiert am: 18.03.2009 08:36
Landwirt.com Händler Landwirt.com User