8. Österreichischer Christbaumtag in Kollnitz

Die Christbaummesse in Kollnitz bei Münichreith (NÖ) war ein großer Erfolg. Fast 600 Besucher informierten sich über aktuelle Themen zur Christbaumproduktion und tauschten ihre Erfahrungen aus.
Wahl zum schönsten Christbaum: Reitner Josef aus Maria Laach konnte den Sieg erringen.
Wahl zum schönsten Christbaum: Reitner Josef aus Maria Laach konnte den Sieg erringen.
Die Messe bot alles, was das Herz eines Christbaumbauern begehrte: Bei strahlendem Sonnenschein präsentierten zahlreiche Forstgartenbetreiber und Firmen ihre Stände. Insgesamt 35 Firmen waren in Kollnitz vertreten. Bei der Wahl des schönsten Christbaumes konnte Reitner Josef aus Maria Laach den Sieg erringen, Lamer Johann aus Kollnitz und Waldhäusl Gottfried erreichte den zweiten und dritten Platz.

Fachvorträge und zahlreiche Stände
Die Fachmesse startete mit einer sehr optimistischen, aber auch fordernden Rede vom Obmann der ARGE NÖ Christbaum- und Schmuckreisigproduzenten und Präsidenten der Europäischen Christbaumproduzenten ÖKR Franz Raith: „Auch wenn unsere heimischen Christbäume sehr gefragt sind, wir müssen darauf achten, dass uns unsere Kunden weiterhin so treu bleiben!“ Die Vizepräsidentin der LK Niederösterreich betonte bei der Eröffnung die vorbildhafte Professionalität des Vereines der NÖ Christbaumbauern. Nach den Fachvorträgen, bei denen es um Pflanzenschutzmitteleinsatz und neue Gesetzgebung bzw. um das Projekt „Naturnahe Christbaumproduktion“ ging, konnten die fast 600 Messebesucher an den Ständen Informationen einholen und ihre Erfahrungen austauschen. Am Nachmittag bestand noch die Möglichkeit an einem Rundgang durch Christbaumkulturen der Umgebung teilzunehmen. Dabei konnten Firmen moderne Pflegegeräte vorführen. Fachthemen wie Qualitätssteigerung in Christbaumkulturen, Formschnitt und Spitzenregulierung wurden behandelt.

ARGE Christbaumproduzenten
Bei der der ARGE NÖ Christbaum- und Schmuckreisigproduzenten sind 224 Bauern Mitglied, was ca. ¾ der gesamten Christbaumbauern in NÖ sind. Insgesamt werden 850 Hektar von den niederösterreichischen Christbaumproduzenten bewirtschaftet. DI Karl Schuster ist der Geschäftsführer der ARGE und ÖKR Franz Raith der Obmann. Die beliebteste Christbaumart ist die Nordmannstanne, die zu 90 % verkauft wird. Aber auch die Kiefer, Blaufichte, Colorado- und Felsengebirgstanne gehören zu den bevorzugten Christbäumen.

„Uns sind die treuen Kunden wichtig“
Auf die Frage, wie ÖKR Franz Raith die Zukunft des Christbaumverkaufs in Österreich sehe, auch im Hinblick auf die Wirtschaftskrise, gibt sich der Präsident dennoch optimistisch: „Uns ist vor allem wichtig, dass der Kunde treu bleibt. Wir glauben aber, dass gerade jetzt, wo viele von der aktuellen Wirtschaftskrise verunsichert sind, Werte wie Familie und Tradition wieder einen höheren Stellenwert bekommen. Dazu gehört eindeutig auch der Christbaum!“ Die Frage, wo in Zukunft große Herausforderungen für einen Christbaumbauern liegen würden, beantwortet der Präsident der Vereinigung der Europäischen Christbaumproduzenten folgendermaßen: „Wir werden sehen, wie sich das neue, sehr strenge EU-Pflanzenschutzmittelgesetz auf uns auswirken wird. Aktuell bietet die EU zuwenig spezifische Alternativen an.“

Großes Ansehen der Österreicher
Zur Vereinigung der Europäischen Christbaumproduzenten zählen 12 Mitgliedsländer, wie u.a. Irland, Dänemark, Deutschland, Schweiz und Norwegen wobei Österreich nur eine Produktion von etwa 5 % aufweist. Doch aufgrund der Professionalität und der hohen Qualität der Bäume genießt Österreich ein hohes Ansehen, was durch die Wahl eines Österreichers zum Präsidenten bestätigt wurde. Von den 2 Millionen Bäumen, die in Österreich produziert werden, stammen 50 % aus Niederösterreich, wobei die Region um den Jauerling das Hauptproduktionsgebiet ist.

Professionelle Forstgartenbetreiber Vorort
Mit einem sehr informativen Stand war auch die Familie Binder aus Maria Laach am Jauerling vertreten. „Wir pflanzen auf unserem Betrieb seit mittlerweile 30 Jahren Christbäume“, erzählt Christine Binder. Am Betrieb werden neben 10 ha Wald, 4 ha Forstgarten und 10 ha Christbaumkultur bewirtschaftet. Die Setzlinge aus dem Forstgarten werden großteils an Kunden aus ganz Österreich verkauft, nur 2 % werden im eigenen Forstgarten weiterverwendet. Den Forstgarten, der sehr viel Arbeitseinsatz erfordert, betreibt die Familie Binder seit 15 Jahren.

Erfolgreiche Entwicklung
„Mit der Gründung des Vereines in Niederösterreich war diese gute Entwicklung des Christbaumverkaufs in Österreich möglich. Europaweit gesehen gehören wir zwar zu den Kleinen, aber ich pflege immer zu sagen: ‚Nicht der Große überholt den Kleinen, sondern der Schnelle den Langsamen’“ Die erfolgreiche Entwicklung des Christbaumverkaufes in NÖ gibt dem Vereinsobmann recht.


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Aktualisiert am: 02.09.2009 11:26
Binder Thomas aus Maria Laach freut sich über die vielen Besucher in Kollnitz. Er stellt Jungpflanzen und Setzlinge auf seinem Stand aus.
ÖKR Franz Raith, Obmann der ARGE Christbaumproduzenten Niederösterreichs, kann ca. 600 Messebesucher in Kollnitz begrüßen.
Weihnachtsmann in Sommerhitze: Bei strahlendem Sonnenschein konnten Christbaumproduzenten und Firmen ihre Stände präsentieren.
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