70 Jahre Landesverband für Leistungsprüfungen

In einer würdigen Delegiertenversammlung im Haus der Landwirtschaft in Wels feierte der LfL (Landesverband für Leistungsprüfungen: Trinkwasseruntersuchung, Abstammungskontrollen, BVD, Milchliefersperren, Milchmengenmessgeräte, etc.) am 17. November sein 70jähriges Verbandsjubiläum.
Zahlreiche Zuhörer erschienen zur Delegiertenversammlung mit 70-Jahrfeier des Landesverbands für Leistungsprüfungen in Wels.
Zahlreiche Zuhörer erschienen zur Delegiertenversammlung mit 70-Jahrfeier des Landesverbands für Leistungsprüfungen in Wels.
Obmann Josef Mair konnte neben den Delegierten zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Eine musikalische Fotopräsentation führte die Sitzungsteilnehmer in einer Zeitreise durch die wichtigsten Meilensteine und Höhepunkte der Verbandsarbeit in den letzten 70 Jahren. Durch den Gründervater und Pionier Regierungsrat Ing. Georg Wieninger (Leiter des Gutes Otterbach) wurden bereits im Jahr 1889, vor 120 Jahren, die ersten Milchleistungsprüfungen in Oberösterreich durchgeführt. Die Gründung des LfL erfolgte in der Zeit des zweiten Weltkrieges im Jahr 1939. Oberstes Ziel war es, durch die Leistungssteigerung der Milchkühe die Lebensmittelversorgung sicher zu stellen. Heute hat sich der LfL durch den Ausbau des Tätigkeitsfeldes zu einem umfassenden Dienstleister für die Land- und Schlachtwirtschaft mit einem modernen Qualitätsmanagementsystem entwickelt.

Leistungsprüfung für nächste Jahre gesichert
In seiner Festrede stellte Landesrat Dr. Josef Stockinger klar, dass trotz schwieriger Budgetsituation des Landes Oberösterreich die aktuellen Landesmittel für die Leistungsprüfung auch in den nächsten Jahren auf dem heutigen Niveau gesichert sind. Der LfL ist ein wichtiger Partner für Landwirte und Konsumenten an einer entscheidenden Schnittstelle der Qualitätssicherung. Obmann Mair und Geschäftsführer Koblmüller stellten die Entwicklungen der letzten beiden Jahre vor. Aufgrund der Kürzungen von Bundesmitteln wurden im Jahr 2009 umfassende Umstrukturierungsmaßnahmen im Personalbereich unter Begleitung einer externen Unternehmensberatung umgesetzt. Auf der Einnahmenseite wurden die Tarife für die Mitgliedsbeiträge und Zusatzleistungen geringfügig erhöht. Rund 40 % der Kosten für die Leistungsprüfung werden von der öffentlichen Hand bezahlt.

Schwerpunkte des LfL
Schwerpunkte sind der Start von Bildungsmaßnahmen für die Mitglieder, der Testlauf einer mobilen Datenerfassung mittels Handheld auf den Mitgliedsbetrieben, der Beginn der Kontrolltätigkeiten in der gentechnikfreien Fütterung für Molkereien sowie die Unterstützung von Sanierungsmaßnahmen im Zellzahlbereich. Zukunftsthemen sind die Vernetzung im Schlachthofbereich zwischen Klassifizierungs- und Veterinärdaten sowie die Unterstützung einer möglichen unabhängigen Holzklassifizierung. Wirtschaftsprüfer Mag. Wolfgang Holzinger stellte die schwierige finanzielle Situation in den letzten beiden Jahren dar und zeigte sich über die bereits veranlassten Reformmaßnahmen erfreut. Entscheidend ist auch zukünftig die Gewährung von Bundes- und Landesmittel. In einem interessanten Fachreferat stellte Dr. Friedrich Golle-Leidreiter als Geschäftsführer des LKV Baden-Württemberg seinen Verband vor und wies auf die Bedeutung der Zusammenarbeit im Bereich der Leistungs- und Quali-tätsprüfungen auf nationaler und internationaler Ebene hin.


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Aktualisiert am: 23.11.2009 10:53
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