7 Schritte zur besseren Mastleistung

Der weltweite Preisanstieg im Bereich der agrarischen Rohstoffe hat zu völlig neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Schweinemast geführt. Die stärkste Veränderung stellt dabei der Anstieg der Futterkosten dar. Aus diesen Gründen ist es notwendig das biologische Leistungspotential unserer Mastschweine optimal auszunutzen.
Ein regelmäßiges Durchsehen aller Buchten, wobei besonders auf die Beschaffenheit des Kotes, das Liegeverhalten der Tiere und das Fressverhalten geachtet werden soll, ist unverzichtbar. Nur so können auffällige Tiere rechtzeitig erkannt und behandelt werden.
Ein regelmäßiges Durchsehen aller Buchten, wobei besonders auf die Beschaffenheit des Kotes, das Liegeverhalten der Tiere und das Fressverhalten geachtet werden soll, ist unverzichtbar. Nur so können auffällige Tiere rechtzeitig erkannt und behandelt werden.
Nach unseren Erfahrungen kann gesagt werden, dass in der Schweinemast im Durchschnitt mehr als 100g möglicher täglicher Zunahmen verloren gehen. Nach Berechnungen des Agrarökonomen Ing. Manfred Oberer von der Schweineberatung Steiermark schlägt sich dieses Leistungsdefizit momentan mit mind. 15,00 EURO pro Mastplatz und Jahr nieder. Der Grund für dieses Leistungsdefizit liegt überwiegend im Bereich der Tiergesundheit und in Managementfehlern. Krankheitskosten setzen sich aus Produktionsausfall (schlechtere Leistungen) und Behandlungskosten (Medikamente) zusammen. Dabei muss man sich stets folgende Faustformel vor Augen halten: Die Kosten des Produktionsausfalls bei einer Tierkrankheit sind etwa zehnmal so hoch ist wie die Behandlungskosten.

Leistungsknick nach 4 bis 6 Mastwochen
Nicht selten kommt es vor, dass man als Mäster Ferkel bekommt, die zu Beginn einen sehr guten Eindruck machen und den Landwirt berechtigterweise auf einen guten Mastdurchgang hoffen lassen. Die Fresslust ist gut, die Tiere scheinen sich wohl zu fühlen und alles in allem gibt es keinen Grund besorgt zu sein – meint man! Doch dann, nach der 4.-6. Mastwoche (18. Lebenswoche) beginnt sich das Bild zu wenden: die Fresslust sinkt, das Wachstum stagniert, die Ferkel beginnen zu kümmern, Husten und Durchfall treten auf und die Ausfälle beginnen sich zu häufen. Häufig wird erst jetzt reagiert und mit der richtigen Therapie versucht, den Schaden in Grenzen zu halten. Um das Problem des Leistungseinbruches um den „18 week wall“ (18. Lebenswoche Grenze) rechtzeitig abzufangen, müssen lange vor dem Einstalltermin die richtigen Schritte gesetzt werden.

Fazit
Das Wichtigste ist die Stressvermeidung für die Tiere. Stress schadet den Ferkeln am meisten: Es schwächt das Immunsystem und macht sie anfälliger für diverse virale und bakterielle Erkrankungen.
Vor allem die Circo – Problematik ist hierbei als multifaktoriell bedingte Erkrankung in den Vordergrund zu stellen. Koinfektionen mit PRRS und Parvoviren begünstigen stark die Circovirusproblematik, welche selbst wiederum das Auftreten von Mykoplasmeninfektionen begünstigt.
Gerade bei solchen durch Viren bedingte Erkrankungen, die durch viele verschiedene negative Einflüsse (Stress, Kälte, hoher Erregerdruck im Stall) noch zusätzlich begünstigt werden, sollte man neben der Möglichkeit des Impfschutzes derFerkel immer auch das Schaffen einer optimalen Umgebung für die Tiere im Auge behalten. Der hierbei neu zur Verfügung stehende Circovirusimpfstoff für Ferkel kann somit auch als Schritt in die richtige Richtung angesehen werden, um durch Circovirus bedingte Schäden zu verhindern.

Autoren: Dr. Wolfgang SCHAFZAHL und Mag. Tanja KREINER, Tierklinik St. Veit


Aktualisiert am: 08.05.2008 10:39
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