58. Wintertagung im Zeichen künftiger Weichenstellungen

Die künftigen Weichenstellungen für die Land- und Forstwirtschaft, etwa im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), standen im Mittelpunkt des Auftaktes der 58. Wintertagung des Ökosozialen Forums.
Landwirtschaftsminister Berlakovich und Agrarkommissär Ciolos (li.) referierten in Wien ebenso wie der polnische Landwirtschaftsminister Marek Sawicki (re.) über die zukünftigen Herausforderungen für die Landwirtschaft nach 2013.
Landwirtschaftsminister Berlakovich und Agrarkommissär Ciolos (li.) referierten in Wien ebenso wie der polnische Landwirtschaftsminister Marek Sawicki (re.) über die zukünftigen Herausforderungen für die Landwirtschaft nach 2013.
EU-Regeländerung für fristgerechte Leistungsabgeltung gefordert

Im Hinblick darauf, dass es 2010 in Österreich am Ende des Jahres zu Problemen bei der Überweisung der Leistungsabgeltungen an die Bäuerinnen und Bauern gekommen ist, ersuchte Berlakovich die EU-Kommission um eine Änderung der EU-Regelungen für kleinere Länder wie die Alpenrepublik. (siehe vorheriger Beitrag)

Wlodkowski: Absicherung der Wettbewerbsfähigkeit

Der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Gerhard Wlodkowski, betonte, dass die Absicherung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen und österreichischen Landwirtschaft oberste Priorität haben müsse und nicht durch zusätzliche Auflagen und bürokratische Hürden gebremst werden dürfe. Wlodkowski weiter: Wenn man die bisherige Form der Landwirtschaft aufrechterhalten wolle, müsse man die Mittel im Umfang von 2013 fortführen.

Ciolos: GAP muss mit Herausforderungen umgehen lernen

EU-Agrarkommissar Ciolos hob die internationalen Entwicklungen und Herausforderungen hervor, mit denen die EU-Landwirtschaft umzugehen lernen muss, wie etwa die geöffneten Märkte, der Klimawandel, die gesteigerte Nachfrage nach Nahrungsmitteln angesichts des Bevölkerungswachstums und die Preisvolatilität. Um mit letzterer klarkommen zu können, seien die Direktzahlungen als Einkommensbasis von entscheidender Bedeutung, betonte Ciolos. Zudem sei eine bessere Transparenz auf den Märkten gefragt. Das Ziel sei ein besseres Funktionieren und mehr Stabilität der Märkte. Die GAP benötige eine öffentliche Unterstützung, die es vor den Steuerzahlern gut zu begründen gelte.

Fischler: Volatile Agrarmärkte in den Griff bekommen

Der ehemalige EU-Landwirtschaftskommissar und aktuelle Präsident des Ökosozialen Forums, Franz Fischler, betonte, dass es entscheidend sei, die volatilen Agrarmärkte und -preise in den Griff zu bekommen und den voranschreitenden Klimawandel zu bremsen. Seiner Meinung nach würden stabilere Märkte allen nützen: den Konsumenten, den Landwirten, den Verarbeitern und dem Handel.

Hofreither für nachhaltige Intensivierung

Markus Hofreither von der Universität für Bodenkultur betonte, dass das Ziel einer künftigen GAP eine nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft sein müsse, um die wachsende Nachfrage zu stillen und die Umwelt dabei nicht zu gefährden. Eine Stabilisierung der Märkte sei ebenso von entscheidender Bedeutung wie eine Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und technische Fortschritte. (aiz)


Aktualisiert am: 16.02.2011 10:35
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