555. Pflanzenkläranlage in Betrieb genommen

Am Betrieb der Familie Wölkart wurde die 555. Pflanzenkläranlage in Betrieb genommen. Diese Anlagen ermöglichen es abgelegenen Betrieben, ihr Abwasser auf pflanzlicher Basis zu reinigen.
"Unsere Pflanzenkläranlagen sind umweltfreundlich im doppelten Sinne. Sie kommen nicht nur ohne Chemikalien und Strom aus, sie fügen sich
Am Betrieb von Franz Wölkart ging die 555. Pflanzenkläranlage der Steiermark in Betrieb.
Am Betrieb von Franz Wölkart ging die 555. Pflanzenkläranlage der Steiermark in Betrieb.
aufgrund der Naturbauweise auch perfekt ins Landschaftsbild ein ", erklärte Josef Wumbauer, Obmann des Maschinenrings Steiermark. "Deshalb wünschen wir uns die Weiterführung der Landesförderung für Pflanzenkläranlagen, damit wirklich alle landwirtschaftlichen Betriebe im Bundesland, die nicht an ein Kanalnetz angeschlossen werden können, zu einer kostengünstigen Anlage kommen, was im Sinne des Umweltschutzes natürlich allen zugutekommt", ergänzte Wumbauer.

Harmonie mit der Landschaft
Pflanzenkläranlagen integrieren sich hervorragend in jedes Landschaftsbild und werden aufgrund ihres einfachen Aufbaus und der effizienten Wirkung bei landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt, wo ein Anschluss an das kommunale Kanalsystem nicht möglich ist. Die Funktionsweise ist einfach: Im ersten Schritt wird das Abwasser mechanisch vorgereinigt und fließt dann in ein Folienbecken, das mit Sand und Kies befüllt ist. In diesen Filtern werden Mikroorganismen, die sich an den Sand- und Kieskörnern ansiedeln, mit Nährstoffen versorgt. Durch deren Stoffwechsel wird das Abwasser biologisch geklärt. Der Ablauf der Pflanzenkläranlage wird in rund 1 m Tiefe über eine Flanschverbindung hergestellt und mündet in die gemäß Wasserrechtsbescheid festgelegte Ableitung des geklärten Abwassers.

Geringe Baukosten
Die Baukosten der Anlage der Familie Wölkart betrugen rund EUR 13.000,-, davon wurden EUR 6.000,- vom Land Steiermark gefördert. Aufgrund der sehr niedrigen Betriebskosten - die Anlage funktioniert autonom - und der Förderung amortisieren sich die Baukosten ausgesprochen schnell, so Wumbauer. Landtagsabgeordneter Manfred Kainz lobte bei der Inbetriebnahme das Engagement des Maschinenrings und sagte im Auftrag des zuständigen Landerats Johann Seitinger die weitere Unterstützung für den Bau solcher Kläranlagen zu.


Aktualisiert am: 07.06.2009 13:37

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