5 Stiefelreiniger im Landwirt Praxistest

Das Verwenden von Stiefelreinigern ist eine sehr sinnvolle Maßnahme zur Steigerung der Betriebshygiene. Im Praxistest sind wir der Frage nachgegangen, wie praktisch die Anwendung und wie gut die Reinigungsleistung von fünf Stiefelreinigern ist.
Der Stiefelreiniger von Meier-Brackenberg ist der einzige mit Hochdruckanschluss.
Der Stiefelreiniger von Meier-Brackenberg ist der einzige mit Hochdruckanschluss.
Hygiene ist gerade für schweinehaltende Betriebe ein wichtiger Faktor für hohe biologische Leistungen. Um der Verschleppung von Keimen vorzubeugen, wechseln einige Landwirte sogar die Stiefel bzw. die Stallkleidung, wenn sie beispielsweise vom Wartestall in ein Aufzuchtabteil gehen. Diese Hygienemaßnahme ist für viele Betriebsleiter zu aufwändig. Eine sinnvolle Alternative ist die Verwendung von Stiefelreinigern vor dem Betreten eines neuen Stallabteils. Allerdings muss der Stiefelreiniger eine hohe Reinigungsleistung in relativ kurzer Zeit sicherstellen. Eine zu umständliche oder zu lange Anwendung kann dazu führen, dass in Stresssituationen auf das Reinigen der Stiefel verzichtet wird und dieser Vorgang nicht zu einer Standardmaßnahme für den Landwirt wird. Im Landwirt-Praxistest wurden fünf gängige Fabrikate von vier Landwirten getestet. Dabei lagen die praktische Handhabung und die Reinigungsleistung im Fokus der Bewertungen.

Stiefelreiniger von Kerbl und MS Schippers
Die Stiefelreiniger der beiden Großhändler für Zubehörartikel in der Tierhaltung Kerbl und MS Schippers sind in den hiesigen Schweineställen am häufigsten anzutreffen. Für den Praxistest wurden die beiden Fabrikate von den österreichischen Handelsunternehmen SApro (Stiefelreiniger von MS Schippers) und Stallprofi (Kerbl) zur Verfügung gestellt. Die Preise (inkl. MwSt.) liegen bei 119 Euro (SApro) bzw. 124 Euro (Stallprofi). Die beiden Stiefelreiniger sind optisch sehr ähnlich und unterscheiden sich nur in einigen, wenigen Merkmalen.
Das Reinigungsprinzip ist bei beiden Stiefelreinigern gleich. Auf einem Abklopfrost befinden sich eine Boden- und vier Seitenbürsten. Zur Reinigung steigt man zwischen die Seitenbürsten und bewegt den Stiefel auf der Bodenbürste vor- und rückwärts. Zudem werden sowohl die Bodenbürste als auch die Seitenbürsten mit Wasser benetzt. Beide Stiefelreiniger ermöglichen die Zugabe von Reinigungs- oder Desinfektionsmittel.

Schurr Stiefelbürste
Der deutsche Hersteller der Stiefelbürste ist vor allem bei Rinderbetrieben durch die Herstellung der Schurr-Kuhbürste mit Elektromotor bekannt. Seit einigen Jahren vertreibt Schurr auch einen Stiefelreiniger zum Preis von 179 Euro (zzgl. MwSt.).
Die SCHURR Stiefelbürste besteht aus einer 46 x 33 cm großen Bodenbürste und einer senkrecht angebrachten, halbrunden Bürste. Laut Hersteller kann man dadurch die runden Stellen der Stiefel besser reinigen. Der Rahmen der Stiefelbürste besteht aus verzinktem Stahl, die Wasserrohre aus Kunststoff und die 8 cm langen Bürsten aus Nylon. Zur Verbesserung der Reinigungsleistung erfolgt eine Benetzung der Bürsten. Über der halbrunden Reinigungsbürste befindet sich dabei ein Kunststoffrohr mit kleinen Löchern an der Unterseite. Dadurch fließt Wasser von oben auf die Borsten.

Hochdruck-Stiefelreiniger von Meier-Brakenberg
Der norddeutsche Hersteller von Spezialprodukten für die Schweinehaltung Meier-Brakenberg ist in Österreich durch die Produktion von Einweichanlagen für Schweineställe, Einzeltierwaagen oder Hochdruckreinigern bekannt. Seit drei Jahren produziert Meier-Brakenberg einen Hochdruck-Stiefelreiniger, der laut Hersteller eine optimale Reinigungsleistung ermöglicht. Der Preis dafür liegt bei 290 Euro.
Der HD-Stiefelreiniger besteht aus einem Abtropfrost und einer Hochdruckleitung mit vier Hochdruckdüsen. Darüber wird eine Abdeckhaube gestülpt, in die man mit dem Stiefel steigen kann. Waschbürsten schließen die Abdeckhaube nach außen ab und verhindern so, dass Wasser austritt. Betätigt man die Hochdruckpistole, so reinigen die vier Hochdruckdüsen innerhalb der Abdeckhaube den Stiefel von allen Seiten.

Stiefelreiniger POSEIDON von Bürsten-Baumgartner
Beim Poseidon von Bürsten-Baumgartner wird der Wasserzulauf über ein Kugelhahnventil gesteuert.
Beim Poseidon von Bürsten-Baumgartner wird der Wasserzulauf über ein Kugelhahnventil gesteuert.
Der bayerische Hersteller von Industrie- und Spezialbürsten hat 2008 ein Waschsystem für Arbeitsschuhe und Stiefel entwickelt. Der Stiefelwäscher mit dem Namen „Poseidon“ kosten 470 Euro (inkl. MwSt.).
Auf dem 60 x 40 cm großen Gitterrost sind eine Boden- und zwei Seitenbürsten montiert. Die Bürstenlänge ist mit 6 cm etwas kürzer als bei den anderen Stiefelreinigern, die Bürsten erscheinen daher auch etwas stabiler. Über einen Schlauchanschluss wird das System mit Wasser versorgt. Durch Umlegen eines Hebels wird der Kugelhahn geöffnet und Wasser über ein Rohrleitungssystem von einer Seite auf die untere Bürste gespritzt. Beim Reinigungsvorgang selbst steht man mit einem Stiefel auf dem Gitterrost und streift den zweiten Stiefel gegen die drei Bürsten. Die Wassermenge kann mit dem Hebel variiert werden. Das Wasser fließt durch den Gitterrost in eine Auffangwanne mit einem Ablaufrohr an der Seite.

Autoren: Roman GOLDBERGER, Rainbach und Karl Matthias KOTTBAUER, Taufkirchen

Ergebnisse des Praxistests können Sie in der Ausgabe 13/2012 des "Fortschrittlichen Landwirts" nachlesen. Gratis Probeheft bestellen.

Aktualisiert am: 22.06.2012 08:51
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