4 Motormäher im Praxisvergleich

Schlegelmulcher und Bandrechwender sind schwerer und benötigen bedeutend mehr Kraft als ein Mähbalken. Was die vier von uns getesteten Einachs-Geräteträger mit diesen Gerätschaften im Stande sind zu leisten und wo ihre Einsatzgrenzen liegen, darüber berichten wir im Teil 2 unserer 3-teiligen Testserie über Motormäher.
Weitere Infos zum Test finden Sie hier.
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Im Teil 1 dieser Testserie informierten wir Sie ausführlich über die Vor- und Nachteile der Einachs-Geräteträger AEBI CC56, Köppl BT14, Rapid Euro4 und der Reform M9. Neben der Beurteilung der Grundgeräte fokusierten wir uns im Teil 1 auf das Bergmähen. Im 2. Teil berichten wir über unsere Erfahrungen mit Schlegelmulchern und Bandrechwendern.

Gerätevielfalt
Einachs-Geräteträger haben den Vorteil, dass sie universell für verschiedenste Arbeiten eingesetzt werden können. An ein und demselben Grundgerät lassen sich verschiedenste Geräte für die Grünfutterernte, den Kommunaleinsatz, den Winterdienst, Gartenbau etc. anbauen. Rapid führt z.B. für die Arbeitsgeräte und das Zubehör eine eigene Preisliste mit über 20 Seiten. Die Auswahl der möglichen Anbaugeräte ist bei Rapid und Reform besonders vielfältig. Aber auch AEBI und Köppl bieten neben einer Vielzahl an Mähbalken-Varianten zahlreiche Arbeitsgeräte an. Der Wechsel der Arbeitsgeräte erfolgt bei allen Fabrikaten mit einem Schnellverschluss. Im Regelfall ist dies von einer Person problemlos durchführbar.
Für unseren Praxiseinsatz wählten wir jeweils einen Schlegelmulcher und einen Bandrechwender aus. Im Gegensatz zum Bergmähen konnten wir bei diesen Arbeiten die Motorleistung der Mäher voll ausreizen. Die stufenlose Geschwindigkeitsverstellung ist die Stärke der Hydromäher. Dieser Vorteil lässt sich vor allem bei Mulcharbeiten voll auskosten.

Schlegelmulcher
In den Preislisten der Hersteller gibt es eine Reihe verschiedener Mulchgeräte für unterschiedlichste Anforderungen: Schlegelmulcher, Sichelmulcher, Safety-Mulcher, Kommunalmulcher etc.
Für unseren Praxiseinsatz wählten wir vier vergleichbare Schlegelmulcher mit Y-Messern aus. Die Zerkleinerungswirkung war bei allen Mulchern zufriedenstellend. Die Arbeitstiefe wird über die Nachlaufwalze eingestellt. Am besten hat uns dabei die Spindelverstellung von Köppl gefallen. Sie ist werkzeuglos und stufenlos verstellbar.
Um das Überfahren von stehendem Gras zu verhindern, muss die Arbeitsbreite des Mulchers auf die Spurweite und Reifenbreite des Geräteträgers abgestimmt werden. Beim Rapid Euro4 lässt sich die Spurweite mit verschieden breiten Distanztöpfen und etwas Schraubarbeit variieren.
Die von uns eingesetzten Mulcher hatten eine Arbeitsbreite von 80 cm (Reform) bis 120 cm (Rapid). Die Arbeitsbreite muss auf die jeweilige Motorleistung sorgfältig abgestimmt werden und bestimmt im Wesentlichen die Leistungsfähigkeit der Gerätekombination.
Für das Mulchen von Gestrüpp im unwegsamen Gelände sind eine ausreichende Motorleistung und ein entsprechendes Gerätegewicht für die Traktion entscheidend. Da der Mulcher in der Regel nicht ausgehoben wird, ist die Gewichtsverteilung von geringerer Bedeutung als dies beim Bergmähen der Fall ist.

Rückwärtsfahren
Das Rückwärtsfahren beim Bergabheuen birgt für den Anwender besondere Gefahren. Die Bedienung der Gerätekombination muss so ausgelebt sein, dass der „Fahrer“ auf der Talseite gehen kann. Auf der Bergseite würde er im Falle eines Sturzes vom Motormäher überrollt werden.
Für diesen Zweck muss der Totmannschalter des Geräteträgers so angebracht sein, dass er von der Talseite aus erreichbar ist.
Beim Einsatz eines Bandrechwenders sind für die Sicherheit des Bedieners lange Lenkholme von Vorteil. Manche Hersteller bieten für solche Zwecke sogar längere Lenkholme an.

Autoren: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau und Ing. Josef WIPPL, BLT Wieselburg


Aktualisiert am: 14.03.2010 18:11
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