30.000 Arbeitsplätze mehr durch Kauf heimischer Lebensmittel

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Johannes Kepler Universität Linz, die im Auftrag der Österreichischen Hagelversicherung erstellt worden ist.
Im Bild Hagelversicherungschef Kurt Weinberger (li), Landwirtschaftskammer Präsident Gerhard Wlodkowski und Studienautor Prof. Friedrich Schneider.
Im Bild Hagelversicherungschef Kurt Weinberger (li), Landwirtschaftskammer Präsident Gerhard Wlodkowski und Studienautor Prof. Friedrich Schneider.
Wenn statt importierter Waren um 30% mehr bäuerliche Produkte aus Österreich gekauft werden, steigt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) jährlich um rund EUR 3,2 Mrd. an und gleichzeitig werden dadurch etwa 30.000 Arbeitsplätze geschaffen. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Johannes Kepler Universität Linz, die im Auftrag der Österreichischen Hagelversicherung erstellt und heute vorgestellt wurde. Die Untersuchung steht im Mittelpunkt der diesjährigen "Woche der Landwirtschaft", die unter dem Motto "Gutes ist so nah" in ganz Österreich vom 26.04. bis 02.05. stattfindet. Bei zahlreichen Veranstaltungen in den Bundesländern wird dabei auf die Sicherung und Schaffung von Jobs durch den forcierten Konsum heimischer regionaler Produkte als Antwort auf die Wirtschaftskrise hingewiesen.

"In unserer Analyse werden jene Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte gezeigt, die der vermehrte Konsum heimischer Produkte auslöst", erläuterte Studienleiter Univ.-Prof. Friedrich Schneider. Aus den jüngsten Berechnungen gehe hervor, dass das Substitutions-Potenzial sehr hoch sei. Wenn beispielsweise neben dem Ersatz von Lebensmittelimporten um 30% durch heimische Erzeugnisse auch noch eine entsprechende Verringerung bei den Energie- und Brennstoff-Einfuhren um 10% erfolge, so wäre eine zusätzliche Steigerung des BIP um EUR 1,3 Mrd., verbunden mit der Schaffung von weiteren 12.000 Jobs, möglich.

Eine verstärkte Nachfrage nach heimischen Agrarprodukten wirke sich aber nicht nur auf die Beschäftigung positiv aus, sie leiste auch einen bedeutenden Beitrag zur Umwelt- und Klimaschonung, so Schneider. "Die bewusste Entscheidung für im Inland produzierte Lebensmittel führt auch zu einer stärkeren Vertrauensbindung der Konsumenten an heimische Produkte. Diese Bindung ist gerade in der jetzigen Rezession ein stabilisierender Faktor für den Inlandsmarkt", ergänzte der Experte. Diese Faktoren müssten in einer entsprechenden Kampagne hervorgehoben werden.


Aktualisiert am: 11.05.2009 14:29
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