3. Internationale Konferenz Forstlicher Bildungsstätten Europas in Ossiach

Von 6. bis 8. Juni 2011 fand an der Forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach – BFW die 3. Internationale Konferenz Forstlicher Bildungsstätten Europas statt. Ziel der Veranstaltung, an der 51 Teilnehmer aus 18 Nationen mitgearbeitet haben, war die Zukunft der Forstlichen Bildungsarbeit zu diskutieren.
51 Teilnehmer aus 18 Nationen nahmen an der Konferenz teil
51 Teilnehmer aus 18 Nationen nahmen an der Konferenz teil
Die Rahmenbedingungen für die Bildungsarbeit ändern sich ständig. Lehr- und Lernmethoden müssen überdacht werden, neue Modelle, die mehr Attraktivität für forstliche Bildungsarbeit bringen, müssen gefunden werden. Die Konferenz wurde von SC DI Gerhard Mannsberger mit einem Zitat von Benjamin Franclin eröffnet: „Investition in die Bildung bringt die besten Zinsen“. Er teilte die Sichtweise des Auditoriums, dass ein essentieller Beitrag der öffentlichen Hand zur Bildung geleistet werden muss.

Gründung von EFESC
Ein konkretes Ergebnis der Konferenz war die Gründung der Organisation EFESC (European Forestry and Environmental Skills Council), in dem das Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft-Forstliche Ausbildungsstätte Ossiach in das Komitee zur Definition der Standards gewählt wurde. EFESC widmet sich in den nächsten Jahren vorrangig zwei wichtigen Zielen: einerseits der Festlegung von Mindeststandards für Motorsägenführer hinsichtlich der Fähigkeiten und Fertigkeiten (ECC-European Chanisaw Certificate) sowie der Zertifizierung von Forstunternehmern (Concert-European Certificate of Competence for Forestry Contractors).

Internationale (Mindest-)Standards
Starken Focus erhielt die Diskussion um die Festlegung von Mindeststandards hinsichtlich der Fähigkeiten und Fertigkeiten von Arbeitskräften im Forst- und Forstunternehmerbereich. Seit Mai 2011 sind die Arbeitsmärkte liberalisiert, mit einem Zustrom von Arbeitskräften aus dem Ausland ist zu rechnen. Arbeitsmigration in einem zusammenwachsenden Europa müssen wir gerade im Forstbereich als Chance sehen. Qualifizierte Fachkräfte fehlen am Arbeitsmarkt. In diesem Zusammenhang muss jedoch gewährleistet sein, dass Arbeitskräfte, die als Motorsägen- oder Forstmaschinenführer zu uns kommen, einheitliche Mindeststandards erfüllen. Internationale Zertifikate (beispielsweise ECC-European Chainsaw Certificate) mit europaweit einheitlichen Zulassungs- und Prüfungskriterien können in diesem Zusammenhang einen wichtigen Beitrag leisten.

Die Simulation eines Arbeitsunfalles und die bestmögliche Versorgung des Verunfallten war Inhalt der Exkursion im Rahmen der Konferenz
Die Simulation eines Arbeitsunfalles und die bestmögliche Versorgung des Verunfallten war Inhalt der Exkursion im Rahmen der Konferenz
Das Auditorium setzt auf Netzwerke
Durch „Networking“ und die Zusammenarbeit in Internationalen Projekten entstehen Ideenpools, die Innovationen im Bildungsprozess leichter umsetzbar erscheinen lassen. In Rahmen der Konferenz wurde die „Ossiacher Deklaration“ verabschiedet, ein klares Bekenntnis zur Kreation eines Netzwerkes zum permanenten Erfahrungsaustausch und der internationalen Zusammenarbeit. Das deklarierte Netzwerk nennt sich EDUFOREST und setzt sich aus Repräsentanten der forstlichen Bildungsszene und Vertretern europäischer Unternehmerverbände zusammen. Die Forstliche Ausbildungsstätte Ossiach des BFW ist im Steuerungskomitee vertreten.

Mensch im Zentrum
Im Zentrum steht der Mensch, Aufgabe der Lehrer und Trainer wird es sein, das Interesse zu wecken und zum „lebenslangen Lernen“ zu motivieren. Ein Ansatz könnte in der Andragogik gesehen werden, einem pädagogischen Modell, wo sehr stark das Selbstverständnis des Auszubildenden und dessen eigene Erfahrungen Einfluss finden.

Klares Bekenntnis
Insgesamt wurde von allen Teilnehmern des Kongresses ein klares Bekenntnis zur Wichtigkeit der Forstlichen Aus- und Weiterbildung gegeben. Wichtig ist, dass den Trainings- und Schulungszentren die budgetäre Deckung zukommt und die nötige Ausstattung mit Humanressourcen. Qualifizierte und motivierte Lehrer und Trainer sind einer der „key-factors“ der erfolgreichen Bildungspolitik. Technische Ausstattung am „Stand der Technik“ muss über intensive Kooperationen mit Forstbetrieben und Forstunternehmern möglich werden.

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Aktualisiert am: 16.06.2011 07:03
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