2008 – Das turbulente Bauernjahr

Die Entwicklungen auf den weltweiten Rohstoffmärkten und in weiterer Folge auch auf den Lebensmittel- und Energiemärkten werden manches bisher gewohntes Bild verändern.
Der steirische Agrarlandesrat Johann Seitinger fordert eine gerechte Verteilung der Wertschöpfung zwischen Bauern, Verarbeitern und Handel.
Der steirische Agrarlandesrat Johann Seitinger fordert eine gerechte Verteilung der Wertschöpfung zwischen Bauern, Verarbeitern und Handel.
Futtermittel- und Lebensmittelreserven sind weltweit weitgehend aufgebraucht und Verbraucherzahlen steigen kontinuierlich an. Des weiteren stehen in der Steiermark eine Reihe von Gesetzesänderungen auf Landes- und Bundesebene bevor, die einiges an politischer Spannung mit sich bringen werden. Auf EU-Ebene wird der „Gesundheits-Check“ der europäischen Agrarpolitik, der tiefgreifende Auswirkungen auch auf die heimische Agrarszene hat, das zentrale Thema für 2008 sein.

Es wird also ein turbulentes Bauernjahr – dennoch gibt es auch Licht am Horizont: Der Bauer als Lebensmittel- und Energieproduzent und zunehmend mehr als wichtiger Universaldienstleister im ländlichen Raum gewinnt mehr und mehr an Bedeutung.

Entwicklung der Märkte
In der Langzeitbetrachtung (über rund 20 Jahre) relativieren sich die im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegenen Rohstoff- und Verbraucherpreise: Zwischen 1986 und 2007 sind die Preise für allgemeine Konsumgüter (außer Lebensmittel) um 57 %, die Preise für Lebensmittel jedoch nur um 38 % gestiegen. Beachtenswert dabei ist, dass in den 1970er-Jahren die Menschen rund 40 % ihres Einkommens für Lebensmittel ausgaben, im Jahr 2007 waren es nicht einmal 13 %.

Gesetzesänderungen auf Landesebene nicht auf Kosten der Bauern!
Fünf entscheidende Gesetzesnovellen, die die bäuerlichen Betriebe direkt im Eigentums- und Produktionsbereich treffen, werden im Jahr 2008 im steirischen Landtag beschlossen. Dabei handelt es sich um das Naturschutzgesetz, Tierzuchtgesetz, Grundverkehrsgesetz, Lebensmittelsicherheit– und Verbraucherschutzgesetz und das Raumordnungsgesetz.

LR Johann Seitinger: „Mein dringender Appell geht schon jetzt primär an den Regierungspartner SPÖ bzw. an alle im Landtag vertretenen Parteien: Keine zusätzlichen Belastungen für die bäuerlichen Familienbetriebe!“

Licht am Horizont – Landwirtschaft als Zukunftswirtschaft
Nicht nur die international steigenden Verbraucherzahlen, sondern auch die Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten wirken sich mittelfristig positiv auf die Zukunft der bäuerlichen Familienbetriebe aus. Durch verstärkte Ausbildungs- und Beratungsprogramme werden speziell die jungen Hofübernehmer und deren Betriebe fit für die Zukunft gemacht.




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Aktualisiert am: 22.01.2008 09:07
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