1. Tierschutzpreis für Tiroler Bauern

Die Landwirtschaftskammer hat erstmalig einen Tierschutzpreis für Tiroler Bauern ausgeschrieben. Dieser Preis soll nun jährlich, mit jeweils unterschiedlichem Schwerpunkt, zum fixen Bestandteil des bäuerlichen Jahres werden. 2008/2009 standen Rinderzuchtbetriebe mit Milchwirtschaft (Kategorien Laufstall und Anbindehaltung) im Vordergrund.
Rund 150 bäuerliche Betriebe haben sich der strengen Auswahl gestellt.
Betriebe, die neben wirtschaftlichen Überlegungen auch Vorreiter in tierschutzrechtlichen Belangen sind, werden in Tirol mit dem Tierschutzpreis belohnt.
Betriebe, die neben wirtschaftlichen Überlegungen auch Vorreiter in tierschutzrechtlichen Belangen sind, werden in Tirol mit dem Tierschutzpreis belohnt.
Vollzählig kamen anschließend auch alle BetriebsführerInnen zum feierlichen Beisammensein, um ihre Urkunden und stattlichen Gutscheine entgegen zu nehmen. Die Tiroler Zuchtverbände und Unser Lagerhaus waren die großzügigen Spender.

Wirtschaftlichkeit schließt Tierschutz mit ein
„Die Hintergrundidee ist, jene Betriebe in der Öffentlichkeit besonders hervor zu heben, die den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen Überlegungen, Einhaltung der tierschutzrechtlichen Vorgaben und Nachhaltigkeit im Stall erkannt haben. Dies sollte belohnt werden und gleichzeitig Ansporn für alle anderen sein“ erklärt Kammerdirektor Richard Norz die Grundüberlegungen. Grundsätzlich wird in der Hauptkategorie „Rinderzuchtbetriebe mit Milchwirtschaft“ zwischen Anbindehaltung und Laufstall unterschieden. Es gab daher je zwei Bezirkssieger, die durch die Biokontrolle Tirol erhoben wurden. In Summe ergaben sich 14 Bezirkssieger, da der Bezirk Reutte aufgrund der Tbc-Problematik aus der Wertung gelassen wurde. Aus diesen 14 Bezirkssiegern haben Experten anschließend die beiden Landessieger gekürt. Diese Expertenjury, bestehend aus Dr. Martin Janovsky (Tierschutz-Ombudsmann des Landes Tirol), Mag. DI Joachim Astl (Geschäftsführer Bio Austria Tirol) und Johann Krimbacher (BIKO), hat alle Betriebe einem eingehenden Lokalaugenschein unterzogen.

Positiv-Beispiele für den Tierschutz
Für die Teilnahme mussten die bäuerlichen Betriebe bereits vordefinierte Kriterien erfüllen. Neben dem Gesamteindruck, wurden Mensch–Tier–Beziehung, Altersstruktur der Tiere, Tiergesundheit allgemein, Standmaße, t, weiters war die Einstreu wesentlich Fütterung, Tränke-Möglichkeiten, Auslauf und Weide, technische Ausstattung im Stall, Sauberkeit und noch vieles mehr in die Bewertung mit einbezogen. „Durch den Tierschutzpreis wurden jene Betriebe angesprochen, die Nachhaltigkeit in der Milchwirtschaft leben. Neben der Milchleistung zählen hohe Lebensdauer und Vitalität der Tiere zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren im Stall. Im engen Zusammenhang mit all diesen genannten Kriterien steht auch die Betriebshygiene. Je sauberer und gepflegter die Stallungen und das Vieh, desto höher der Kuhkomfort und desto höher die Lebensmittelsicherheit.

Zwei stolze Landessieger aus dem Unterland
In der Kategorie „Anbindestall“ hat sich der Betrieb von Cäcilia Foidl (vlg. „Heindl“) aus Kirchberg besonders hervor getan. Der Hof der Familie Foidl wurde 1998 auf Leibrente gekauft. Als weichende Bauernkinder waren die Eheleute nicht mehr unmittelbar in der Landwirtschaft tätig, fanden aber ihren Weg zurück zu ihren Wurzeln. Ihr Hof liegt in der Erschwerniszone 3 in extremer Berglage und wird im Nebenerwerb geführt. Es werden insgesamt rund 19 ha landwirtschaftliche und 16 ha forstwirtschaftliche Fläche bewirtschaftet. Von der landwirtschaftlichen Nutzfläche entfallen rund 7 ha auf Weiden, 9,5 ha sind mehrmähdige und rund 1,7 ha einmähdige Wiese. Aufgrund der Geländeverhältnisse war auch der Neubau des Wirtschaftsgebäudes entsprechend schwierig und aufwändig. Der Viehstand beträgt 9 Milchkühe und 9 Stück Jungrinder.

Taxauer siegt in der Kategorie Laufstall
Georg Taxauer aus Erl kann sich, als Landwirtschaftsmeister und gelernter Zimmerer, über seinen Sieg in der Kategorie „Laufstall“ freuen. Der Hof des „Anzingerbauern“ wird im Vollerwerb geführt. Im Jahr 2003 vom Vater übernommen, hat der junge Betriebsführer 2006 mit dem Stallneubau begonnen. Der Betriebsschwerpunkt liegt heute mit 32 Stück Rindern und 3 Pferden auf der Braunvieh- und Haflingerpferdezucht. Rund 12 ha landwirtschaftliche und rund 3,4 ha forstwirtschaftlicher Nutzfläche, sowie 20,4 ha zu gepachteter Almgrund dienen als Erwerbsgrundlage. Neben seiner Berufung als Vollerwerbsbauer, übt Georg Taxauer auch noch die Funktionen des Sennereiobmannstellvertreter und des Vorstandsmitgliedes im Braunviehzuchtverein aus.

Die gesamte Siegerliste finden Sie untenstehend


Aktualisiert am: 25.03.2009 14:29
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